Großdemos gegen Atomkraft in Frankreich und Deutschland

Aus Anlass des ersten Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima haben am Wochenende in Frankreich Zehntausende Menschen gegen Atomkraft protestiert.

Zwischen Lyon und Avignon bildeten Atomkraftgegner gestern eine 230 Kilometer lange Menschenkette, wie die Organisatoren mitteilten. Am Samstag protestierten im französischen Fessenheim Hunderte Menschen gegen das dortige Atomkraftwerk.

Rund 60.000 Menschen bildeten die Menschenkette zwischen Lyon und Avignon entlang der Nationalstraße 7, wie die Organisatoren mitteilten. Die Behörden machten keine Angaben zur Gesamtzahl der Demonstrationsteilnehmer. Die Demonstranten, darunter auch zahlreiche Deutsche, Schweizer und Italiener, trugen gelbe oder orangefarbene Verkehrssicherheitswesten und Fahnen mit dem Motto „Ökologisches Europa“ und „Atomausstieg“.

Zehntausende auch in Deutschland

Auch in Deutschland demonstrierten Zehntausende Menschen gegen die Nutzung der Kernenergie. Sie forderten eine rasche Umsetzung der Energiewende und einen Neustart beim Umgang mit dem radioaktiven Atommüll. Die Veranstalter sprachen von 50.000 Teilnehmern. Allein an einer 75 Kilometer langen Lichterkette in der niedersächsischen Region um die Atommülllager Asse und Schacht Konrad sollen sich etwa 24 000 Menschen beteiligt haben.

Die größten örtlichen Aktionen fanden in Hannover und an den Atomkraftwerken im bayrischen Gundremmingen und im baden-württembergischen Neckarwestheim statt. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahlen vielerorts weit niedriger.

Gedenken an Tsunami-Opfer in Japan

Japan gedachte indes der Opfer der Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011. Gestern um 14.46 Uhr Ortszeit, exakt ein Jahr nachdem ein Erdbeben die Flutwelle an der Nordostküste ausgelöst hatte, wurde eine Schweigeminute abgehalten. In Tokio nahm Kaiser Akihito an einer Gedenkzeremonie teil.

Durch den Tsunami waren fast 16.000 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 3.000 werden weiter vermisst. Die Flutwelle war Auslöser der Reaktorkatastrophe im AKW Fukushima I, deren Folgen noch allgegenwärtig sind.

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