Ikea Frankreich wegen Bespitzelungen durchsucht

Wegen des Vorwurfs der Bespitzelung von Mitarbeitern und Kunden ist die Zentrale von Ikea Frankreich durchsucht worden. Am Firmensitz in Plaisir in der Nähe von Paris seien die Abteilung Risikomanagement durchsucht und Computer sowie Dokumente beschlagnahmt worden, teilte ein Sprecher das Möbelhauses gestern Abend mit.

An der systematischen Bespitzelung soll teils sogar der langjährige Unternehmenschef Jean-Louis Baillot beteiligt gewesen sein. Die Durchsuchungen, die sich auch auf das Privathaus des Ikea-Sicherheitschefs bezogen, erfolgten bereits am Freitag im Rahmen von Vorermittlungen gegen den Möbelriesen.

Die französische Justiz untersucht den Vorwurf, dass Ikea mit privaten Sicherheitsleuten zusammenarbeitete. Diese sollen dem Möbelhaus Informationen aus der zentralen Polizeikartei, aus der Kfz-Zulassungsstelle und aus dem Führerscheinregister übermittelt haben.

Dabei sollen nicht nur Bewerber und Angestellte ausgespäht worden sein, sondern auch Gewerkschafter und Kunden im Fall einer geschäftlichen Auseinandersetzung. Ikea hat eine interne Untersuchung eröffnet und sich von einem solchen Vorgehen distanziert.