Polen will freiwillige Kirchensteuer einführen

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Die polnische Regierung hat gestern eine umfassende Reform der Finanzierung von Kirchen und Glaubensgemeinschaften vorgeschlagen. Vorgesehen ist demnach die Einführung einer freiwilligen Kirchensteuer. Die Steuerzahler sollen 0,3 Prozent ihrer Abgaben einer selbst gewählten Kirche oder Religionsgemeinschaft widmen können. Rund 90 Prozent der etwa 38 Millionen Polen bezeichnen sich selbst als katholisch.

Bisher werden die Kirchen und Glaubensgemeinschaften zum Großteil über einen aus dem Staatshaushalt subventionierten Kirchenfonds finanziert. Die Zahlungen daraus betrugen im vergangenen Jahr 89 Millionen Zloty (etwa 21,5 Millionen Euro). Die Regierung will den Fonds im kommenden Jahr abschaffen.

Das zuständige Ministerium schätzt, dass das neue System 100 Millionen Zloty einbringen würde. Es forderte alle Glaubensgemeinschaften auf, sich innerhalb von 30 Tagen zu dem Vorschlag zu äußern. Zur Umsetzung der Maßnahme bedarf es der Zustimmung des Parlaments.