Anschlag in Somalia fordert sechs Tote

Bei einem Angriff mit Mörsergranaten auf den Präsidentenpalast in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Die Granaten hätten ihr Ziel verfehlt und seien in einem nahe gelegenen Camp für Binnenvertriebene explodiert, berichtete der somalische Rundfunksender Shabelle Media Network. Die Attacke habe sich in der Nacht auf heute ereignet.

Bei den Opfern handle es sich um vier Angehörige einer Familie und zwei junge Mädchen. In dem Flüchtlingslager leben Hunderte Menschen, die wegen des Bürgerkrieges in Somalia ihre Heimatdörfer verlassen mussten. Mehrere Verletzte seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

In dem Krisenland, in dem es seit 20 Jahren keine funktionierende Zentralregierung mehr gibt, kämpft die islamistische Miliz al-Schabab seit fünf Jahren gegen die Übergangsregierung. Sie war im vergangenen Jahr weitgehend aus Mogadischu vertrieben worden, hat seither aber immer wieder blutige Anschläge verübt. Zudem haben die Rebellen, die vor allem Gebiete im Zentrum und Süden Somalias beherrschen, immer wieder Hilfslieferungen an die unter einer schweren Dürre leidende Bevölkerung verhindert.