EU wirft Google Marktmissbrauch vor

Die Europäische Verbraucherschutzzentrale (BEUC) in Brüssel hat die EU-Kommission aufgefordert, ihre laufende Kartelluntersuchung gegen den US-Internetkonzern Google mit Härte weiterzuverfolgen.

„Wir sind besorgt, dass die dominante Suchmaschine Google ihre Position auf dem Suchmarkt missbraucht haben könnte, um Anwender zu ihren eigenen Diensten zu leiten und zum Zweiten die Sichtbarkeit der konkurrierenden Websites und Dienste zu reduzieren“, heißt es in einem Schreiben der BEUC an EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

Google „verzerrt Suchergebnisse“

In seiner einzigartigen Rolle als „Schrankenwärter“ zum Internet könne Google den Zugang zu Konkurrenten einschränken, kritisieren die Verbraucherschützer. BEUC beruft sich dabei auf eine Untersuchung des britischen Unternehmens Foundem. Diese zeige, dass Google regelmäßig seine eigenen Dienste bei den obersten Suchergebnissen platziere und damit Datenströme von seinen Konkurrenten verzerre.

Das werde durch eine Studie des Anbieters SearchMetrics bestätigt. Demnach landen die Google-eigenen Websites im Fall von Videos (YouTube), Landkarten (GoogleMaps), Shopping (Google) und Bildern (Blogger) ganz oben.

Sanktionen gefordert

Sollten diese Vorwürfe in der Untersuchung der EU-Kommission bestätigt werden, würde das bedeuten, dass Verbraucher durch die Dominanz von Google Schaden erlitten hätten, heißt es in dem Schreiben weiter. Es sei wichtig, dass die EU-Kommission von ihrem Recht Gebrauch mache, Unternehmen zu sanktionieren, die ihre Stellung zum Nachteil der Konsumenten missbrauchten.