Italiener wollte sich vor Premier Monti selbst verbrennen

Ein behinderter Neapolitaner, der nach eigenen Angaben vergeblich von den lokalen Gesundheitsbehörden die Rückerstattung von Geldern für medizinische Behandlungen erwartete, hat heute anlässlich des Besuchs des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti in Neapel versucht, sich anzuzünden.

Kurz vor Montis Ankunft auf der zentralen Piazza del Plebiscito, wo der Regierungschef die Pläne seines Kabinetts zur Restaurierung der archäologischen Stätte von Pompeji vorstellen wollte, übergoss sich der 50-Jährige mit Benzin. Das Eingreifen der Polizei verhinderte, dass er sich selbst anzündete. „Ich will nur ehrlich leben können“, klagte der Mann.

Verzweiflungstat kein Einzelfall

Schon in den vergangenen Tagen hatte die Selbstanzündung zweier verzweifelter Männer die italienische Öffentlichkeit geschockt. In Bologna hatte sich ein 58-jähriger italienischer Bauarbeiter in seinem Auto angezündet, nachdem er mehrere Abschiedsbriefe hinterlassen hatte. Der Italiener stand wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung in Höhe von 104.000 Euro vor Gericht.

Vor einer Woche zündete sich ein marokkanischer Bauarbeiter in Verona auf offener Straße an. Beide Männer wurden nach ihren Taten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.