Südsudan erobert Ölfeld in Grenzgebiet

Der Sudan hat eines seiner wichtigsten Ölfelder an den Nachbarstaat Südsudan verloren. Der Sprecher der sudanesischen Streitkräfte, Chalid Sawarmi, bestätigte gegenüber der BBC, dass die südsudanesische Armee und Rebellengruppen das Ölfeld Heglig im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern erobert hätten. Die Region steht im Mittelpunkt erbitterter Kämpfe, seit der Südsudan im Juli vergangenen Jahres unabhängig geworden war.

Auch neun Monate nach der Abspaltung des Südsudan ist immer noch unklar, zu welchem Land bestimmte Grenzgebiete und Provinzen in Zukunft gehören sollen. Beide Seiten beanspruchen die ölreiche Region Heglig für sich. Vor zwei Wochen waren schwere Kämpfe ausgebrochen, wobei der Südsudan dem Nachbarn vorwirft, diese angezettelt zu haben.

Schon seit Monaten wachsen die Spannungen zwischen Khartum und Juba. Vor allem geht es dabei um die Verteilung von Öleinnahmen. Denn die größten Reserven liegen im Süden - aber um das Öl zu transportieren, muss das Land die Leitungen des Sudan im Norden nutzen. Um den Druck zu erhöhen, hatte die Regierung des Südsudan im Jänner den Großteil der Ölförderung eingestellt.