USA: Prozess um Affäre von John Edwards

Die Affäre des früheren US-Präsidentschaftsbewerbers John Edwards findet jetzt ein juristisches Nachspiel. Mit der Auswahl der Geschworenen begann gestern der Prozess gegen den einst populären Politiker, wie lokale Medien berichteten.

Der 58-Jährige ist angeklagt, im Vorwahlkampf der Demokraten vor vier Jahren illegal fast eine Million Dollar (750.000 Euro) an Spendengeldern abgezweigt zu haben, um Arztrechnungen seiner außerehelichen Freundin zu bezahlen. Die Frau war damals schwanger geworden und bekam ein Kind.

Edwards sei während der Auswahl der Juroren für den Prozess in dem Gerichtsgebäude in seinem Heimatstaat North Carolina erschienen, berichtete die Zeitung „Greensboro News and Record“. Das US-Justizministerium wirft dem Vizepräsidentschaftskandidaten von 2004 vor, Wahlkampfspenden illegal benutzt zu haben, um Reisekosten der Freundin zu begleichen und die Affäre vor den Medien zu verheimlichen.

Edwards drohen fünf Jahre Haft

Edwards plädierte auf nicht schuldig. Er habe zwar Fehler gemacht, aber niemals das Gesetz gebrochen. Die eigentliche Gerichtsverhandlung soll später in diesem Monat beginnen. Bei einer Verurteilung drohen dem Demokraten bis zu fünf Jahre Haft.

Der Fall hatte Amerika erschüttert: Der Präsidentschaftsbewerber des Jahres 2008, der später gegen Barack Obama ausschied, hatte die Affäre mit einer Videofilmerin, während seine Ehefrau Elizabeth mit einem schweren Krebsleiden rang. Die vierfache Mutter zog nach 32 Jahren einen Schlussstrich unter die Ehe und schrieb ein Buch über ihr Leben. Ende 2010 starb sie im Alter von 61 Jahren.