Zeitung: Absetzung Bo Xilais „Glücksfall“

Die Entmachtung des chinesischen Politikers Bo Xilai ist heute von chinesischen Staatsmedien als „großer Glücksfall“ bezeichnet worden.

Die staatliche Zeitung „Chongqing Daily“ betonte in einem Kommentar, das Volk, die Partei und die Führung stünden hinter der Entscheidung, gegen Bo Ermittlungen wegen „schwerer Disziplinarvergehen“ aufzunehmen. „Das ist ein großer Glücksfall für die Partei, das Land und für Chongqing und entspricht den Wünschen der Partei und den Wünschen des Volkes“, hieß es in dem Kommentar.

Der Ausschluss Bos aus dem mächtigen Politbüro der Kommunistischen Partei und die Aufnahme von Ermittlungen gegen seine Frau Gu Kilai wegen des Todes eines britischen Geschäftsmanns hatten am Dienstag für Aufsehen gesorgt.

Angesichts wilder Spekulationen im Internet über einen Machtkampf innerhalb der Führung betonten die Staatsmedien die Einigkeit und Geschlossenheit der Staatspartei. Um die Verbreitung weiterer Gerüchte zu unterbinden, wurden Dutzende Websites geschlossen und Tausende Einträge gelöscht.

Wen Jiabao will Korruption bekämpfen

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao forderte indes mehr Entschlossenheit im Kampf gegen Korruption. In einem Essay, der heute in einer Zeitschrift der Kommunistischen Partei erschien, hieß es, dafür würden effektivere Maßnahmen benötigt. Die Regierungspartei riskiere, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu verlieren, wenn sie nicht handle.