Israelische Autoren fordern Verurteilung von Grass

Israelische Autoren haben in einem Brief an die internationale Schriftstellervereinigung PEN eine Verurteilung der Äußerungen des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass in dessen Israel-kritischem Gedicht gefordert. Der Verband hebräischsprachiger Schriftsteller teilte gestern in Tel Aviv mit, man habe gemeinsam mit dem israelischen PEN-Zentrum schriftlich dazu aufgefordert, „diese bösartige Verzerrung von Fakten zu verurteilen“.

Grass habe die literarische Sphäre dazu missbraucht, Israel als Gefahr für den Weltfrieden darzustellen. Der israelische Autorenverband bemängelte weiter, Grass habe sich nie von der Holocaust-Leugnung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad sowie dessen Aufrufen zur Zerstörung Israels distanziert. Grass führe stattdessen einen „Kreuzzug gegen den Staat Israel“.

In dem Gedicht „Was gesagt werden muss“ schrieb der Schriftsteller, dass die Atommacht Israel den Weltfrieden bedrohe und das iranische Volk mit einem Erstschlag auslöschen könne. Israel hatte darauf ein Einreiseverbot gegen den 84-Jährigen verhängt.