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Keine „geschützte Zone“ mehr

Die Lufthansa wird rote Zahlen bei ihrer Tochter AUA nicht auf Dauer akzeptieren. Das machte zuletzt Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz klar. Beim deutschen Mutterkonzern gebe es keine „geschützte Zone“ mehr, sagte er in einem Interview mit dem „Manager Magazin“.

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Mit einem Ende für die AUA will sich Franz aber nicht auseinandersetzen. Die AUA sei die nationale Fluggesellschaft Österreichs, sie verbinde Österreich mit Europa und auf ausgewählten Strecken auch mit der Welt, so der Lufthansa-Chef. Aus deutscher Perspektive erreiche man mit der AUA viele österreichische Ziele, und oft sei auch Wien als Drehkreuz attraktiv, wenn man nicht gerade in der Nähe von Frankfurt wohne.

Auf Fragen, welchen Aufpreis Passagiere für den rot-weiß-roten Anstrich am Heck akzeptieren würden, sagte Franz: „Das ist genau der Punkt: Wir können nicht erwarten, dass dafür ein Aufpreis gezahlt wird, jedenfalls kein beträchtlicher.“ Deshalb müsse die AUA wettbewerbsfähige Strukturen entwickeln.

„Ziel, dass wir Sanierung hinbekommen“

Die Frage nach einem Aus für die AUA im Falle eines Scheiterns ihrer Sanierung stellt sich für den Lufthansa-Chef vorerst nicht. „Das ist eine Fragestellung, mit der ich mich momentan nicht auseinandersetze. Es ist unser Ziel und unser Ehrgeiz, dass wir diese Sanierung hinbekommen.“

Er, Franz, habe allerdings wiederholt gesagt: Im Lufthansa-Konzern könne es „keine geschützte Zone geben, in der wir dauerhafte Verluste ohne Perspektive hinnehmen. Dann werden wir die nötigen Entscheidungen treffen müssen.“ Der deutsche Luftfahrtkonzern war 2011 mit 13 Mio. Euro in die roten Zahlen gerutscht.

Schnäppchen meist Sanierungsfälle

Franz kann sich trotz des harten Sparkurses der Lufthansa künftig noch Zukäufe vorstellen, wie er dem „Manager Magazin“ sagte. Die Lufthansa brauche eine gewisse Größe, um sich langfristig zu behaupten. „Deshalb würde ich nicht sagen, wir machen nichts mehr. Aber wir sehen uns ganz genau an, was wir uns zutrauen wollen.“ Allerdings seien Zukäufe aufwendig, da die neu gekauften Fluglinien meist saniert werden müssten. „Airlines stehen nicht zum Verkauf, wenn sie hochprofitabel sind, sondern wenn es ihnen schlechtgeht.“

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