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Gewichtsprobleme in frühesten Jahren

Viele Eltern, vor allem jene, die selbst übergewichtig sind, päppeln ihre Babys zu kleinen Moppeln auf. Zu dieser Erkenntnis kommen Ärzte der University of Maryland. Viele Mütter, so die Ärzte, dächten irrtümlich, dass der gesunde Idealzustand ihrer Babys der von kleinen Buddhas sei. Und damit würden sie schon früh die Neigung der Kinder zu Übergewicht programmieren.

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12,5 Millionen Amerikaner im Alter zwischen zwei und 19 Jahren sind mittlerweile übergewichtig. Vor allem für Kinder aus ärmeren Bevölkerungsgruppen trifft das Thema Übergewicht in der Kindheit verstärkt zu, erinnert etwa das US Center for Diseas Control.

Wie schätzen Mütter die Gesundheit ihrer Babies ein?

Ärzte der University of Maryland School for Medicine wollten in einer Untersuchung herausfinden, wie Mütter die Gesundheit ihrer Kinder einschätzen - und wie die Mütter auf der Grundlage dieser Einschätzung ihre Kinder ernähren. Gearbeitet wurde dabei mit Cartoon-Zeichnungen, die in den Maßen und Proportionen die Maße des eigenen Kindes wiedergeben sollten.

Gut gemeint, gut gemacht?

„Viele Eltern mästen ihre Babies“, so Eliana Perrin über die Studie der University of Maryland.

280 Mütter im Alter zwischen 18 und 46 Jahren, fast alle aus den unteren Einkommensschichten und mit einem hohen Anteil fettleibiger Mütter (72 Prozent von den 280 Müttern waren selbst übergewichtig oder fettleibig), wurden Cartoon-Zeichungen vorgelegt. Und die Mütter sollten zunächst jene Zeichnung aussuchen, die am ehesten dem eigenen Kind entsprach.

Idealisierte Bilder

Fast alle Mütter, so das Ergebnis der Studie, nahmen Zeichnungen, in denen das Kind deutlich kleiner und schlanker dargestellt war als das echte eigene Baby. „Vor allem fettleibige Mütter tendieren dazu, die Größe ihrer Kinder deutlich geringer anzusetzen“, so die Leiterin der Studie Erin Hager, die seit Jahren das Gesundheitsverhalten ärmerer Schichten in der Region Baltimore untersucht.

In der zweiten Runde befragte man die Mütter, wie das Idealbild ihres Kindes sei. Und dabei stellte sich heraus, dass 71 Prozent der Mütter sehr zufrieden mit dem im Schnitt hohen Körpergewicht ihrer Babys waren. Die fettleibigen Mütter waren hier die zufriedensten. 20 Prozent der Mütter wollten, dass ihre Kinder kräftiger wären - es waren die Mütter jener Kinder, die ein gesundes Körpergewicht hatten.

Eltern meinen es zu gut

„Die Studie legt nahe, dass wir viele Eltern haben, die dazu neigen, ihre Babys zu mästen“, schreibt die Ärztin Eliana Perrin von der University of North Carolina in ihrem Kommentar zu der in den „Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine“ erschienen Studie.

Die Sorge der Ärzte sei, so Stephen Cook von der American Academy of Pediatrics gegenüber Reuters, dass die Essgewohnheiten von Kindern sehr früh festgelegt werden: „Kleinkinder, die schon als Babys zu stark zunehmen, haben auch später die Tendenz zu Übergewicht.“ Und dieses Übergewicht schleppten sie in die Pubertät und bis ins Erwachsenenalter mit - mit den erwartbaren Folgekrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck.

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