Malis Übergangspräsident aus Spital entlassen

Der von aufgebrachten Demonstranten zusammengeschlagene malische Übergangspräsident Dioncounda Traore ist heute aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 70-Jährige war am Vortag im Präsidentenpalast attackiert worden und hatte Verletzungen am Kopf, an der Brust und am Rücken erlitten.

Zudem hatte er nach den Schlägen das Bewusstsein verloren. Er wurde lokalen Medienberichten zufolge in seine Residenz gebracht, wo die Sicherheit unterdessen erhöht wurde.

Frist für Neuwahl verlängert

In Mali hatten sich am 22. März meuternde Soldaten an die Macht geputscht und Präsident Amadou Toumani Toure gestürzt. Dieser hielt sich nach dem Staatsstreich mehrere Wochen versteckt und war schließlich zurückgetreten.

Traore war Mitte April vereidigt worden. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hatte zuvor mit den Putschisten um Hauptmann Amadou Sanogo vereinbart, dass er innerhalb von 40 Tagen Wahlen abhalten sollte. Da es aber bisher unmöglich war, eine Abstimmung zu organisieren, war die Frist gestern verlängert worden. ECOWAS verurteilte die Übergriffe auf Traore als „zweiten Putsch“ in Mali. Minister der ECOWAS-Länder werteten die Vorgänge als organisierte Kampagne.