Wahl in Ägypten: Ex-Premier Schafik angegriffen

Bei der Präsidentenwahl in Ägypten ist einer der Kandidaten, der ehemalige Ministerpräsident Ahmed Shafik, bei der Stimmabgabe von wütenden Demonstranten angegriffen worden. Der 70-Jährige wurde gestern bei einem Wahllokal mit wie „Der Feigling ist hier, der Verbrecher ist hier“ empfangen. Einige Demonstranten bewarfen ihn mit Steinen und Schuhen.

Schafiks Leibwächter schirmten ihn ab. Als er nach der Stimmabgabe wegfuhr, brachen Rangeleien zwischen den Demonstranten und seinen Anhängern aus. Schafik hatte unter dem gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak gedient. Seine Kandidatur hat das Land tief gespalten.

Wahllokale länger geöffnet

Die Wahl ist die erste freie Abstimmung ihrer Art in Ägypten. Bis heute haben die 50 Millionen Wahlberechtigten Zeit, einem der zwölf Kandidaten ihre Stimme zu geben. Der künftige Präsident, der die sechs Jahrzehnte lange Vorherrschaft von Staatschefs aus den Reihen des Militärs beenden soll, wird aber wohl erst nach der Stichwahl im Juni feststehen.

Wegen des großen Andrangs wurde die Schließung der Wahllokale in Ägypten um eine Stunde verschoben. Berichten des Staatsfernsehens zufolge sollten die Büros statt bis 20.00 Uhr Ortszeit eine Stunde später schließen.