Sizilien: Anti-Mafia-Held Rizzotto nach 64 Jahren beerdigt

Der italienische Gewerkschaftsführer und Anti-Mafia-Held Placido Rizzotto hat 64 Jahre nach seiner Ermordung ein Grab bekommen. Heute fand im sizilianischen Corleone das Staatsbegräbnis des 1948 im Alter von 34 Jahren ermordeten Sekretärs der Arbeiterkammer statt, der damals spurlos verschwunden war.

Im Beisein von Italiens Präsident Giorgio Napolitano, mehreren Spitzenpolitikern und Gewerkschaftsführern wurde in Corleone die Trauerzeremonie für Rizzotto zelebriert, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine Bewegung von Landbesetzern angeführt hatte und deswegen mit der Mafia in Konflikt geraten war.

Am 10. März 1948 verschwand der 34-jährige Rizzotto spurlos. Die Polizei machte den Mafia-Boss Luciano Liggio dafür verantwortlich, doch aus Mangel an Beweisen wurden die Täter nie verurteilt. Rizzottos Überreste wurden 2009 in einem Massengrab gefunden und erst kürzlich dank eines DNA-Tests identifiziert. Der Ministerrat hatte im März ein Staatsbegräbnis für Rizzotto beschlossen.