Vatikan fällt bei Finanztransparenzprüfung offenbar durch

Dem Vatikan droht laut einem Zeitungsbericht ein negativer Prüfbericht der Expertengruppen Moneyval des Europarats zur Finanztransparenz. Der Vatikanbank Institut für religiöse Werke (IOR) drohten in acht von 16 Punkten zum Thema Geldwäsche schlechte Noten, berichtete die italienische Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano“ gestern. Damit könne der Vatikan nicht wie erhofft in die „Weiße Liste“ der transparenten Staaten aufgenommen werden.

Der Vatikan hatte sich im vergangenen November einer Geldwäschekontrolle durch den Europarat unterzogen. Das Ergebnis der Prüfung soll Anfang Juli veröffentlicht werden. Die Vatikanbank IOR verwaltet Spenden an die katholische Kirche. Orden, Gemeinden und Geistliche haben ihre Konten bei der IOR.

IOR-Chef entlassen

Ende 2010 hatte Papst Benedikt XVI. eine neue Finanzbehörde im Vatikan geschaffen, die den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verbessern helfen sollte. Damit reagierte der Vatikan auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen zwei Manager der Vatikanbank im September 2010. Sie sollen bei Finanztransaktionen die Namen der wahren Auftraggeber verschwiegen und damit gegen ein Gesetz gegen Geldwäsche verstoßen haben.

Ende Mai war IOR-Chef Ettore Gotti Tedeschi entlassen worden. Hintergrund ist offenbar ein interner Streit um die richtige Art der Führung der Vatikanbank. Gotti Tedeschi soll dabei eine Ausrichtung der Vatikanbank an internationale Standards vorangetrieben haben, wogegen ein Teil des Vatikans und Vatikanstaatssekretär Tarcisio Bertone die Souveränität der IOR erhalten wollten.