Studie: Müdigkeit im Cockpit wird zum Sicherheitsrisiko

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Zwei Drittel aller Piloten in Österreich fühlen sich zeitweise so müde, dass sie lieber nicht geflogen wären. Jeder dritte ist schon einmal an Bord eingenickt.

Zu diesen beunruhigenden Ergebnissen kommt eine Umfrage der Austrian Cockpit Association (ACA) unter 422 Verkehrspiloten. „Dass etwas Gravierendes passiert, ist nur mehr eine Frage der Zeit“, warnte ACA-Vizepräsident Siegfried Lenz heute bei der Präsentation der Studie in Wien.

„In den USA gab es vor zweieinhalb Jahren einen dramatischen Unfall einer übermüdeten Crew in Buffalo. Dort hat die Politik reagiert und eine Neuregelung auf wissenschaftlicher Basis gemacht. Wartet Europa noch auf einen Unfall?“, meinte AUA-Pilot Christoph Mair. Die Frage, ob Übermüdung schon einmal der Grund eines sicherheitsgefährdenden Fehlers war, bejahten 23 Prozent der Befragten, ergänzte der für die Studie verantwortliche Luftfahrtpsychologe Alois Farthofer.

EASA arbeitet an EU-weiter Neuregelung

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) soll bis Ende des Jahres einen endgültigen Entwurf für eine EU-weite Neuregelung der Flug-, Dienst- und Ruhezeiten erarbeiten. Die bisherigen Pläne seien aus Sicht von Experten nicht befriedigend.

81 Prozent der österreichischen Piloten erwarten eine weitere Verschlechterung. 44 Prozent halten bereits die bestehenden Regeln für ein mittelmäßiges oder schweres Sicherheitsrisiko.

Die EASA handle nach den kommerziellen Interessen der Fluglinien und komme ihrem Auftrag nicht nach, kritisierte Lenz. „Wir erwarten, dass Frau Ministerin (Doris, SPÖ, Anm.) Bures im Verkehrsministerrat sichere Regeln einfordert. Jetzt zu schweigen und sich dann auf ‚die EU‘ auszureden wäre der falsche Weg“, so der Pilot bei Tyrolean Airways. Arbeitszeitregeln dürften jedenfalls kein Instrument des Wettbewerbs zwischen den Airlines sein, fordert der Verband Österreichischer Verkehrspiloten.