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Extreme Temperaturen bis zu 40 Grad

Nach den schweren Gewitterstürmen in den USA müssen noch mehr als zwei Millionen Menschen im Osten des Landes ohne Strom auskommen. Manche von ihnen müssen nach Angaben ihrer lokalen Energieversorger noch bis Freitag warten, bis Kühlschränke und Klimaanlagen wieder am Netz sind, berichteten US-Medien am Montag.

Allein im Großraum Washington, wo Hunderttausende Einwohner seit Freitag ohne Stromversorgung waren, könnte es nach Angaben des Versorgers Pepco eine Woche dauern, bis alle zerstörten Leitungen wieder repariert sind. Erschwert wird die Lage durch die anhaltende Hitzewelle in den betroffenen Bundesstaaten. Sie brachte extreme Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad.

US-Präsident Barack Obama wischt sich mit einem Tuch über das Gesicht

Reuters/Larry Downing

Der ebenfalls unter der Hitze leidende US-Präsident Obama sagte Hilfe zu

Weiter heftige Gewitterstürme durch Hitze erwartet

Der Nationale Wetterdienst (NOAA) erwartet für einen Großteil des Landes auch für die nächsten Tage „erbarmungslose Hitze“ mit neuen Spitzenwerten. „Starke bis sehr heftige Gewitterstürme sind möglich von der südlichen Atlantikregion bis zum nördlichen Zentrum der USA“, hieß es zudem in einer Warnung der Behörde am Montag.

Verkehrsprobleme erschwerten vielen Amerikanern den Start in die Woche, berichtete der TV-Sender MSNBC. Hunderte ausgefallene Ampeln und umgestürzte Bäume auf den Straßen hätten vor allem im Bundesstaat Maryland chaotische Zustände verursacht.

Unwetter von Rocky Mountains bis zu Ostküste

Die Unwetter und Hitzegewitter hatten am Freitag begonnen und werden sich laut dem Wetterdienst diese Woche noch fortsetzen. Bei schweren Unwettern zwischen den Rocky Mountains und der Atlantikküste kamen allein am Freitag mindestens 17 Menschen ums Leben, zunächst war von 13 die Rede gewesen. Viele wurden von Bäumen erschlagen, als die Stürme nahezu ohne Vorwarnung mit Spitzengeschwindigkeiten von fast 150 Stundenkilometern über das Land rasten.

In Washington und den Bundesstaaten Ohio, West Virginia, Virginia und Maryland wurde der Notstand ausgerufen. Virginias Gouverneur Robert McDonnell sprach von einer „sehr gefährlichen Situation“ für seinen Staat. Sein Kollege Martin O’Malley in Maryland nannte das Unwetter ein „historisches Ereignis“. Präsident Barack Obama sagte Bundeshilfe zu. Teilweise halfen Mitglieder der Nationalgarde bei den Räumarbeiten, an manchen Orten wurden Eis und gekühlte Getränke so knapp, dass aus entfernten Regionen Nachschub angeliefert werden musste.

„Kühlzentren“ eingerichtet

Zudem brachte die Hitze vor allem Ältere und Kranke in Lebensgefahr - zahlreiche Orte öffneten Sporthallen, Kirchen und staatliche Gebäude als „Kühlzentren“. Kostenlos verteilte Wasserflaschen und Eiswürfel sollten die Not lindern. Mindestens 3,7 Millionen Menschen saßen am Wochenende bei Temperaturen von 38 Grad und mehr ohne Strom und damit auch ohne Klimaanlage da, weil der Sturm unzählige Strommasten umgeknickt hatte.

Verzweifelte Lage: Kanada schickt Experten

Trotz des Einsatzes von Tausenden Reparaturtrupps gelang es den Behörden der betroffenen Bundesstaaten auch am Wochenende nicht, die Stromversorgung komplett wiederherzustellen. Die Gewitterstürme hatten so viele Bäume zum Umstürzen gebracht, so viele Leitungen wurden heruntergerissen, dass Elektrizitätsgesellschaften und Feuerwehr trotz pausenlosen Einsatzes der Arbeit einfach nicht nachkommen konnten. Die Lage war teilweise so verzweifelt, dass Kanada die Entsendung zusätzlicher Experten in die benachbarten US-Regionen ankündigte.

Massive Stromausfälle nach Gewittern sind keine Seltenheit in den USA, sondern eher der Regelfall. Ursache sind weniger die Stürme als die marode Infrastruktur: In den meisten Gegenden verlaufen die Stromleitungen noch immer oberirdisch über Masten - ein umgestürzter Baum oder ein abgebrochener Zweig kann so ein ganzes Viertel lahmlegen.

Waldbrände in Colorado im Griff

Über dem Südosten der USA steht seit Tagen ein extremes Hochdruckgebiet, das auch für die verheerenden Waldbrände in Colorado verantwortlich ist. Dort starben seit vergangener Woche mindestens drei Menschen, fast 350 Häuser wurden zerstört, hunderte Menschen verloren ihr Heim.

Erst am Wochenende gelang es der Feuerwehr, den Brand weitgehend einzudämmen. Gouverneur John Hickenlooper sagte CNN, er habe das Gefühl, das Schlimmste sei vorüber. Doch wisse er, dass „Mutter Natur hier draußen sehr launisch ist“. „Wir bleiben sehr wachsam“, sagte er.

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