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Erspart Umgweg über Kap Hoorn

Der Panamakanal ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen weltweit. Seit 1914 verbindet er den Atlantik mit dem Pazifik - die Trasse erspart einen weiten Umweg über das Kap Hoorn am Südzipfel des Kontinents. Und diese Abkürzung ist für den Betreiber durchaus lukrativ: Panama nimmt derzeit jährlich etwa eine Milliarde Dollar (etwa 792 Mio. Euro) ein.

Der Panamakanal ist neben dem Sueskanal und dem Nordostseekanal eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Die 81,6 Kilometer lange und 34 Meter breite Trasse wurde künstlich quer durch eine Landenge Panamas angelegt.

Enorme Zeitersparnis

Die meisten Schiffe, die durch den Kanal fahren, verkehren zwischen der Ostküste der USA und China. Die Alternative wäre ein gigantischer Umweg: die gefährliche Route um Kap Hoorn an der Südspitze Lateinamerikas. Auf einer Fahrt von Los Angeles nach New York ist ein Schiff auf dieser Route Wochen unterwegs. Die durchschnittliche Kanaldurchfahrt über Panama dauerte 2011 hingegen nur etwa 15,2 Stunden.

Voriges Jahr fuhren 14.684 Schiffe durch den Kanal. Bisher können ihn nur sogenannte Panamax-Schiffe (diese Schiffe passen aufgrund ihrer Abmessungen gerade noch durch die Schleusen, Anm.) passieren - wie etwa Containerschiffe mit maximal 4.600 Standard-Warencontainern. Die bestehenden Schleusen lassen kein größeres Kontingent zu. Trotzdem entspricht die Menge der transferierten Waren etwa fünf Prozent des Welthandels.

Ausbau seit 2007

Ein Ausbau des Panamakanals für noch größere Containerschiffe hat 2007 begonnen und wird voraussichtlich 2014 abgeschlossen sein. Der Ausbau sieht im Wesentlichen den Neubau zweier großer Schleusensysteme auf beiden Seiten des Kanals vor. Danach sollen Schiffe mit einer Kapazität von bis zu 12.600 Containern den Kanal passieren können.

Außerdem stauen sich vor den Einfahrten auf beiden Seiten vor Panama-Stadt (Pazifik) und Colon (Atlantik) teilweise über 100 Schiffe, die oft tagelang auf die Passage warten müssen - auch das soll sich ab 2014 ändern.

Die Finanzierung des Ausbaus wurde unter anderem mit der Europäischen Investitionsbank, der Interamerikanischen Entwicklungsbank, der Anden-Korporation und der Bank von Japan gesichert. Die Erweiterung der einzigen Wasserstraße zwischen Pazifik und Atlantik war Ende 2006 durch ein Referendum in dem mittelamerikanischen Land ermöglicht worden.

Bau 1889 begonnen, seit 1914 in Betrieb

Der Kanal wurde in zwei Phasen von 1880 bis 1889 und von 1904 bis 1914 errichtet. Nachdem die Franzosen mit dem Projekt gescheitert waren, stellten die USA den Kanal im Jahr 1914 fertig. Dafür betrieben sie die Gründung des Staates Panama, dessen Gebiet zuvor zu Kolumbien gehört hatte. Im Gegenzug sicherten sie sich die Kontrolle über die Kanalzone. 1999 übergaben die USA den Kanal an die panamaische Regierung.

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