23 Tote bei Angriff auf christliche Dörfer in Nigeria

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In Nigeria sind bei einem Überfall auf christliche Dörfer mindestens 23 Menschen getötet und weitere 50 verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich demnach gestern Früh in zwei Ortschaften nahe der Stadt Jos in der zentralnigerianischen Provinz Plateau.

Etwa 100 als Militärs verkleidete Fulani-Nomaden haben nach Polizeiangaben gestern sechs von Christen bewohnte Dörfer in der Gemeinde Barkin Ladi überfallen. Sicherheitskräfte seien gegen die Angreifer vorgegangen. Noch heute sei die Präsenz vieler Polizisten in den Orten notwendig gewesen, um die aufgebrachten Menschen zu beruhigen, berichtete ein Polizeisprecher. Unter den Opfern seien vor allem Frauen und Kinder.

Nicht nur religiöse Gründe für Gewalt

In der Region Jos wurden in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Zusammenstößen und Überfällen von Muslimen und Christen Tausende Menschen getötet. Die Konflikte im Zentrum Nigerias haben nach Aussage von Religionsvertretern nicht vordringlich religiöse Ursachen. Vielfach bildeten auch konkrete soziale und wirtschaftliche Motive oder auch politische Manipulationen den Hintergrund für die Bluttaten.

In Nigeria sind Christen in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Angriffen geworden. Zu einer Mehrzahl der Anschläge bekannte sich die Gruppe Boko Haram, die in dem Land einen islamischen Gottesstaat errichten will.