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„Full Sleeve“, aber alte Schule

Grundsätzlich, empfehlen Stilberater, gilt eine Grundregel auch im Sommer im Büro: Wo Kontakt mit Kunden oder Externen besteht, gilt die Aufrechterhaltung eines - konservativen - Dresscodes - auch bei schweißtreibenden Temperaturen. Hier gibt es branchenweise Unterschiede - wenngleich zuletzt das deutsche „Handelsblatt“ jubelte, dass mit dem Sommer zumindest „knallige“ Farben ins Büro einzögen. Sommerfarbe 2012: Rot.

In anderen Firmen liegt es oft an der Strenge des Chefs - oder dem Toleranzverständnis der Kolleginnen und Kollegen, wie streng im Sommer Kleidungsvorschriften handzuhaben sind. Dennoch gilt: Je mehr Strand im Office, desto mehr Ablenkung vom eigentlich Auftrag.

Stringtanga eines Bauarbeiters schaut aus der Jeans heraus

Corbis/Nick Dolding

Der String sollte immer unter der Hose sitzen, selbst beim Mann - und am Bau

Im Grunde ist es auch nicht so sehr eine Frage der Regeln, sondern der Botschaft, die die Kleidung gerade in den Sommermonaten vermittelt: Kommuniziere ich meinen Kollegen, dass ich mit dem Kopf noch bei der Arbeit bin - oder gedanklich schon halb im Urlaub. Viele deutsche und englische Stilberater empfehlen deshalb, von Stoffen, die zu sehr vom Strand erzählen (Klassiker: der Hawaiihemd-Stoff), Abstand zu nehmen.

Zehn Modegebote fürs Büro

Ein Querschnitt durch sommerliche Mode-Weblogs (in die mittlerweile auch Unternehmensberater hineinzuregieren scheinen), macht deutlich, dass es so etwas wie zehn Gebote gibt (man könnte sie auch als Richtschnur interpretieren), die man im Sommer im Büro beherzigen soll und darf. In anderen Worten: Es gibt zehn Dinge, auf die man verzichten sollte.

Flipflops und Sommerschlapfen: Je mehr sich der Schuh der Strandmode annähert, desto geringer ist die Bürotauglichkeit. Dass Sandalen grundsätzlich nicht zur Anzugshose passen, sollte als Grundwissen für den Mann vorausgesetzt werden.

Kurze Hosen und Bermudas: Kurze Hosen und Bermudas beim Mann irritieren dieser Tage nicht nur in den Fußgängerzonen der Innenstädte. Im Büro möchte man nicht sehen, welches Haar der Kollege unter seinem Beinkleid trägt. Dieser Wunsch wird auch im Sommer nicht schwächer.

Mann im Büro trägt kurze Hose

AP/Seth Perlman

Zu knapper Mini: Ein knapper Mini mag auf der Straße ein Hingucker sein - im Büro oder im Kundenkontakt ist er nach Meinung vieler Fashion-Blogs nicht angebracht. Zu bedenken ist auch: Was auf der Straße Kühlung verspricht, könnte im klimatisierten Büro Einfallstor für eine Verkühlung sein.

Kurzärmeliges Hemd: Kurze Ärmeln beim Hemd, dafür aber eine lustige Krawatte mit Freunden aus beliebten Comicserien: Wer sich als Mann so über die Achsel Luft verschaffen muss, dem sei zu einem leichten Hemd aus Baumwollstoff und einem offenen Hemdkragen geraten (so es die Chefetage erlaubt).

Junge Frau geht bauchfrei durch ein Büro

Corbis/Klawitter Productions

Bauchfrei geht nicht: Da bleibt nicht nur der Aktenordner kleben

Bauchfrei: Für Frauen gilt: Bauchfrei ist besser in der Flanierzone an Stränden - und da bekanntlich auch nicht immer. Im Büro zeigt man das Piercing oberhalb des Bauchnabels auch im Juli und August nicht her.

Nackte Schultern: Zeigen Sie im Büro lieber die kühle statt der nackten Schulter - so schön Ihr Spaghettiträger-Oberteil sein mag, es ist für das Büro vielleicht eine Spur zu kess. Und mitunter weht es kühl aus der Klimaanlage herunter.

Tanga-Blitzer: Die Zur-Schau-Stellung des Stringtangas unter Hose oder Rock soll ja manchen Mann anturnen. Im Büro sollte das zu jeder Jahreszeit unterbleiben. Die Fachtermini in dieser Disziplin, die eben kein Bürosport ist, variieren. Wenn Frau von Frau hört, dass sie ihren „Mercedes-Stern“ herzeigt, sollten die Alarmglocken schrillen.

Zur Schau gestellte Tätowierungen: Tattoos mögen sich, etwa in der „Full Sleeve“-Ausführung, auf dem Fußballfeld als verbindlicher Dresscode etabliert haben. Das Bekenntnis, dass man für die Ästhetik auch Schmerzen in Kauf nimmt, sollte im Büro wie ein gut gehütetes Geheimnis getragen werden, also nicht sichtbar.

Tätowierte Frau mit einsichtigem Oberteil telefoniert

Corbis/Helen King

Tattoos verraten viel über die Trägerin - aber will man das immer wissen?

Durchsichtige Stoffe: Sowohl Damen als auch Herren sollten bei der Wahl sommerlich leichter Stoffe darauf achten, dass man durch diese nicht hindurchschauen kann wie durch das Butterbrotpapier. Außerdem: Je dünner der Stoff, desto klebriger der Schweißfleck.

Kleidung aus dem „falschen“ Stoff: Toben Sie sich wenn farblich aus - aber nicht in den Mustern auf den Stoffen. Wer mit dem Hawaiihemd ins Büro kommt, darf sich auch die Frage gefallen lassen, ob er am Abend heim oder direkt nach Caorle fährt. Was viele Fashion-Blogger im Sommer betonen: die richtige Farbauswahl des Stoffes. Es gibt Farbtöne, die wahre Marker sind, was Schweißflecken anlangt. Der Klassiker: das mittelblaue Hemd. Wer im Sommer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf ein Hemd in Weiß.

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