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Auf die Toppings kommt es an

Spätestens seit letztem Sommer erfreut sich das in den USA und Asien schon lange populäre Frozen Yogurt auch in Österreich wachsender Beliebtheit. In den Städten reihen sich Frozen-Yogurt-Shops neben Bubble-Tea-Shops, und auch immer mehr traditionelle Eissalons nehmen Frozen Yogurt in ihr Sortiment auf oder eröffnen eigene Frozen-Yogurt-Filialen.

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Frozen Yogurt hat das Image, eine gesunde, kalorienarme Alternative zu Speiseeis zu sein. Auf den meist zuckerlfarbenen Websites und Social-Media-Auftritten der Frozen-Yogurt-Shops wimmelt es vor Schlagworten wie „reiche Kalziumquelle“, „probiotische Joghurtkulturen“ und „kein Fett, kein Zucker“.

Cheesecake-Brösel oder Balsamicosauce?

Ob Frozen Yogurt tatsächlich als gesunder, kalorienarmer Snack durchgeht, ist zu einem großen Teil von den Toppings abhängig. Von frischen Erdbeeren, Kiwis und Schokosauce über getrocknete Cranberries und Gummibärchen bis zu Schokokeksstückchen, Cheesecake-Brösel und Balsamicosauce - die Auswahl an Toppings ist schier unendlich.

Topping-Zutaten für Frozen Yoghurt

Fotolia/urbanlight

Es gibt nichts, das sich nicht auf Frozen Yogurt pappen lässt

Doch auch das Frozen Yogurt selbst ist nicht immer einfach nur gefrorenes Joghurt. Viele Anbieter würden Frozen Yogurt aus Magermilchjoghurt herstellen, was sehr zu begrüßen sei, so Katharina Phillipp, Ernährungswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Verbands der Ernährungswissenschafter Österreichs, im Interview mit ORF.at. Manchmal werde aber auch Schlagobers und viel Zucker oder Fruchtsirup hinzugefügt.

„Kein gesundes Joghurt zwischendurch“

Frozen Yogurt ist laut Phillipp im Durchschnitt etwas kalorienärmer als herkömmliches Speiseeis. Allerdings gebe es auch bei Eis Sorten mit weniger Kalorien, wie Sorbets und Fruchteis, während Cremeeissorten wie Straciatella und Schokolade mehr Kalorien hätten.

Beim Frozen Yogurt seien es aber vor allem die Toppings, die aufs Kalorienkonto schlagen. Wer Frozen Yogurt der Gesundheit wegen Eis vorzieht, sollte statt Kekskrümeln, Schokosauce und Brownies frische Früchte als Topping wählen, so Phillipp. Und natürlich käme es auch immer auf die Portionsgröße an.

Frozen Yogurt könne also, müsse aber nicht kalorienärmer sein als Speiseeis, so das Fazit der Ernährungswissenschaftlerin. Frozen Yogurt sei somit nicht als gesundes Joghurt zwischendurch zu sehen, sondern vielmehr - genau wie Eis - als Nachspeise. Ab und zu genossen sei es aber, vor allem bei den derzeitigen heißen Temperaturen, ein willkommener Genuss, so Phillipp.

Zucker gegen „herben“ Geschmack

In den USA wurde Frozen Yogurt bereits in den 1970er Jahren unter dem Namen Frogurt verkauft. 1978 brachte die Bostoner Firma Brigham’s mit Humphreez Yogurt die ersten verpackten Frozen Yogurts auf den Markt. Ursprünglich als leichte Alternative zur Eiscreme gedacht, sollen sich die Konsumenten einer Anekdote zufolge über den „herben“ Geschmack beschwert haben.

Daraufhin kam mehr Zucker ins Rezept und Frozen Yogurt startete in den 1980er Jahren durch. Zu Beginn der 90er Jahre machte Frozen Yogurt bereits zehn Prozent des Tiefkühldessertmarktes in den USA aus. 20 Jahre später erobert Frozen Yogurt nun auch Österreich.

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