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Markenvielfalt und Verkäufe weltweit

Europas größter Autohersteller Volkswagen lässt sich von der ausufernden Absatzkrise nichts anhaben und deklassiert mit einem kräftigen Gewinnanstieg die gesamte Konkurrenz. Andere große Hersteller wie PSA Peugeot Citroen und Ford fahren hohen Verluste in Europa ein, weil Kunden im schuldengeschüttelten Süden weniger neue Autos kaufen.

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VW hingegen gleicht durch das weltumspannende Mehr-Marken-Imperium die Rückgänge in Europa anderswo aus. In der Folge kletterte der operative Gewinn bei VW im ersten Halbjahr auf 6,5 Mrd. Euro - 6,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Wie Volkswagen am Donnerstag weiter mitteilte, schoss der Nettogewinn um 36 Prozent auf 8,8 Mrd. Euro nach oben. Das Baukastensystem, also die Verwendung gleicher Teile für unterschiedliche Modelle, werde künftig noch mehr Geld sparen.

Kein Ende der Talfahrt in Europa

Der Pkw-Absatz in Europa ist seit Monaten auf Talfahrt. Im ersten Halbjahr wurden hier so wenige Autos verkauft wie zuletzt 1994. Massenhersteller wie PSA Peugeot Citroen, Nummer zwei in Europa hinter Volkswagen, Fiat und Opel ächzen immer lauter unter der Schwäche auf ihren Heimatmärkten. Die VW-Gruppe mit ihren sieben Pkw-Marken steigerte die Auslieferungen im ersten Halbjahr dagegen um zehn Prozent.

In Westeuropa gingen die Verkaufszahlen zwar ebenfalls zurück, die Wolfsburger profitierten aber davon, dass ihre Fahrzeuge vor allem in Nordamerika, Osteuropa, Asien und auch Deutschland weiter stark gefragt sind. Außerdem lässt sich mit teuren Oberklasselimousinen, wie sie VW etwa unter der Marke Audi im Angebot hat, mehr Geld verdienen als mit Klein- und Kompaktwagen. Weltweit verkaufte der VW-Konzern 4,6 Mio. Fahrzeuge. Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten um 22,6 Prozent auf 95,4 Mrd. Euro zu.

Prognose: Umsatz soll weiter steigen

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Hersteller die Prognose, wonach der Umsatz steigen und der Betriebsgewinn das Niveau des Vorjahres erreichen soll. 2011 hatte VW operativ rund 11,3 Mrd. Euro verdient. Die Schwäche in Europa behält VW im Blick: Das Marktumfeld in einigen europäischen Ländern sei herausfordernd, der Wettbewerb werde intensiver, hieß es. Disziplin bei Ausgaben und Investitionen sei angesagt, um bis 2018 Weltmarktführer zu werden.

Auch Porsche auf Erfolgskurs

Die Nachfrage nach Luxusautos in den USA, China und auf dem Heimatmarkt bescherte Porsche ein glänzendes erstes Halbjahr. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29,3 Prozent auf rund 6,76 Milliarden Euro. Der operative Ergebnis legte um 20,6 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro zu. Das teilte die Porsche AG am Freitag in Stuttgart mit. Getrieben wurde das Geschäft des Sportwagenherstellers vor allem von den USA als größter Einzelmarkt, gefolgt von China und Deutschland. Weltweit setzte Porsche von Jänner bis Juni 68.940 Fahrzeuge ab - ein Plus von 22,5 Prozent

Mit dem jüngsten Quartalsabschluss hebt sich VW - wie bereits in den vergangenen Quartalen - deutlich von der Konkurrenz der Massenhersteller ab. Ford machten rote Zahlen im Europageschäft einen Strich durch die Rechnung. Für 2012 erwartet der US-Autokonzern mehr als eine Mrd. Dollar Verlust in Europa und stellt sich auf fünf Jahre Krise in der Region ein. Der Traditionskonzern Opel, einst auf Augenhöhe mit VW, kämpft immer verzweifelter ums Überleben.

Peugeot erhält Unterstützung

Peugeot rechnet angesichts der größten Absatzkrise seit fast 20 Jahren in Europa dieses Jahr mit einem Milliardenverlust und will ein Werk schließen. Kurz nach der Ankündigung, 8.000 Stellen zu streichen, legte die französische Regierung ein Miniprogramm zur Ankurbelung der Branche auf; der Kauf von Elektro- und Hybridautos soll mit mehr Geld vom Staat gefördert werden.

Mehr zahlen sollen dagegen die Käufer großer Limousinen, die viel CO2 ausstoßen. Während die eine Maßnahme vor allem Peugeot und Renault helfen dürfte, trifft das Malus-System die Oberklassehersteller besonders. Und in diesem Segment sind die deutschen Konzerne BMW, Audi und Mercedes führend.

Ganz abkoppeln von den Auswirkungen der Schuldenkrise kann sich Europas Marktführer VW, der Toyota vom weltweiten Thron stoßen will, aber nicht: Die spanische Tochter Seat verbuchte einen Umsatzrückgang und schrieb als einzige Marke rote Zahlen, wenngleich sich der Halbjahresverlust etwas reduzierte. Seat verkaufte in der ersten Geschäftsjahreshälfte 12,4 Prozent weniger Autos. Auch bei den Lkw-Töchtern Scania und MAN schlagen die Krise in Europa und die wachsende Verunsicherung der Kunden empfindlich zu Buche. Die Gewinne rauschten in die Tiefe, baldige Besserung ist nicht in Sicht.

Toyota führt in Rangliste

Toyota konnte im ersten Halbjahr 2012 die Stellung als größter Autohersteller der Welt zurückeroberern. Mit 4,97 Millionen verkauften Fahrzeugen lag der japanische Konzern nach Angaben vom Donnerstag wieder deutlich vor seinem US-Konkurrenten General Motors (GM), der 4,67 Millionen Autos absetzte. Toyota konnte sich damit schnell von den Auswirkungen des schweren Erdbebens, Tsunamis und der Atomkatastrophe in Japan im vergangenen Jahr erholen. Auf Platz drei folgt Volkswagen mit 4,6 Millionen Fahrzeugen.

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