EU-Aufseher werfen Kosovo-Beamten Bestechlichkeit vor
Die europäische Polizei- und Justizmission im Kosovo (EULEX) hat hohen Beamten des Kleinstaates Bestechlichkeit vorgeworfen. Zehn Behördenvertreter, darunter acht Richter, hätten bei der Privatisierung von Staatsunternehmen im Kosovo in die eigene Tasche gewirtschaftet, beklagte die EULEX in einer heute veröffentlichten Erklärung.
Zu den Beschuldigten zählen demnach der frühere Präsident des städtischen Gerichts in der Hauptstadt Pristina, vier frühere Richter des Gerichts und drei frühere Richter am Landgericht. Die Aufsichtsbehörde EULEX wurde 2008 eingerichtet, um über die rechtsstaatliche Organisation der Behördenarbeit im Kosovo zu wachen.
Den beschuldigten Richtern warf die EULEX vor, ihre Amtsstellung missbraucht zu haben, um sich zu bereichern. Seit der Unabhängigkeitserklärung von Serbien im Jahr 2008 nahmen die Behörden des Kosovo durch Privatisierungen mehr als 600 Millionen Euro ein.