Apple vs. Samsung: Auch letzter Einigungsversuch gescheitert

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Auch die letzte Gesprächsrunde der Chefs von Apple und Samsung über den Patentkrieg der beiden Unternehmen ist erfolglos geblieben. Das teilte ein Samsung-Anwalt Richterin Lucy Koh im kalifornischen Prozess der beiden Unternehmen mit.

Nach den Schlussplädoyers heute Abend werden die neun Geschworenen mit ihren Beratungen beginnen. Eigentlich wollte die Richterin einen Juryentscheid verhindern und hatte daher Apple-Chef Tim Cook und seinen südkoreanischen Kollegen Kwon Oh Hyun zu Verhandlungen in letzter Minute gedrängt.

21-seitiger Entscheidungsbogen

Denn für die Geschworenen wird es keine leichte Aufgabe: Allein der vorgeschlagene Vordruck für ihre Entscheidung ist 21 Seiten lang und erinnert an einen Prüfungsbogen. Sie müssen unter anderem bei jedem Gerät entscheiden, ob es bestimmte Punkte der genannten Patente verletzt. Ein weiteres 100-seitiges Dokument mit Anweisungen soll die Geschworenen bei der Urteilsfindung anleiten.

Zudem ist es Aufgabe der Geschworenen, die Höhe des Schadenersatzes für die Unternehmen zu beziffern. Je nach Expertenmeinung wird dieser in Millionen- bis Milliardenhöhe geschätzt.

Komplexer Sachverhalt sehr verwirrend

„Ich habe schon Schwierigkeiten, das alles zu verstehen, ich fürchte, die Geschworenen könnten von der Komplexität des Dokuments verwirrt werden“, so die Richterin.

In einzelnen Fragen geht es um bis zu 28 Smartphones und Tablets von Samsung. Bei den Vorwürfen der Südkoreaner stehen drei iPhone-Modelle im Visier sowie eine Version des iPad 2 und ein iPod touch.

Gerichte in mehreren Ländern mit Konflikt beschäftigt

Apple wirft Samsung vor, Design und Software von iPhone und iPad kopiert zu haben, und verlangt über 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz. Der südkoreanische Konzern führt im Gegenzug mehrere technische Patente ins Feld, gegen die Apple verstoßen habe, und fordert rund 400 Millionen Dollar.

Der Konflikt beschäftigt auch Gerichte in anderen Ländern wie Australien, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Südkorea, Japan, Italien und Frankreich.