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Strategie wie in Schwellenländern

Der Konsumgüterkonzern Unilever stemmt sich mit Strategien aus den Schwellenländern gegen die Krise auf dem europäischen Markt. Das Unternehmen umwirbt aggressiv Konsumenten mit geringem Einkommen. „Die Armut kehrt nach Europa zurück“, sagte Europachef Jan Zijderveld der „Financial Times Deutschland“ Ende August.

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„Wenn ein Spanier nur noch durchschnittlich 17 Euro pro Einkauf ausgibt, dann kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen“, so Zijderveld. Deshalb will der drittgrößte Konsumgüterhersteller der Welt nun Erfahrungen aus dem Asiengeschäft auf Europa anwenden.

Kleinere Packungen

„In Indonesien verkaufen wir Einzelpackungen Shampoo für zwei bis drei Cent und verdienen trotzdem ordentliches Geld“, sagte Zijderveld. „Wir wissen, wie das geht, aber in Europa haben wir es in den Jahren vor der Krise verlernt.“ Unilever ist für Marken wie etwa Knorr und Eskimo bekannt. Unilever sieht die Wirtschaftskrise offenbar nicht als kurzfristige Phase. Unilever in Spanien verkauft laut der Zeitung sein Waschmittel Surf bereits in Packungen, die lediglich für fünf Waschgänge reichen. In Griechenland bietet der Konzern Erdapfelpüree und Mayonnaise in Kleinpackungen an. Auch in Großbritannien hat der Konzern die Strategie übernommen.

Unilever-Europa-Chef Jan Zijderveld

Unilever

Der Niederländer Zijderveld führt seit 2011 Unilevers Geschäfte in Westeuropa

Premiummarken und Ökoprodukte Vergangenheit?

Bisher hatten Konsumgüterunternehmen versucht, Wachstum auf den reifen westlichen Märkten etwa durch teurere Ökoprodukte und Premiummarken zu erreichen - um sich von den günstigen Handelsmarken der Diskonter abzuheben.

Bisher geht Zijdervelds Strategie auf: Nachdem die Umsätze des Konzerns in der Region zuvor stagnierten oder rückläufig waren, stand 2011 wieder ein kleines Plus von 0,7 Prozent in der Bilanz. Westeuropa stand im vergangenen Jahr mit insgesamt 12,3 Milliarden Euro Umsatz für gut ein Viertel der Konzernerlöse - und ist mit einer Gewinnmarge von gut 17 Prozent die profitabelste der drei Unilever-Regionen.

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