IPhone-Produktion: Foxconn zwingt Studenten zu Fließbandarbeit

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Die Produktion des nächsten iPhone, das nächste Woche offiziell vorgestellt wird, läuft an den chinesischen Fertigungsstätten auf Hochtouren.

Trotz massiver Einstellungswellen fehlen dem Hersteller Foxconn laut chinesischen Medien noch etwa 10.000 Arbeiter, um den strengen Zeitplan von Auftraggeber Apple zur Befriedigung der internationalen Nachfrage nach dem Smartphone einhalten zu können.

72-Stunden-Woche für knapp 200 Euro pro Monat

Foxconn versucht diesem Arbeitskräftemangel nun offenbar mit der Zwangsrekrutierung von Studenten beizukommen. Diese werden zu mehrwöchigen Praktika verpflichtet, bei denen sie sechs Tage die Woche zwölf Stunden pro Tag für eine monatliche Entlohnung von 1.550 Yuan (193 Euro) arbeiten müssen, wie die Zeitung „Shanghai Daily“ berichtet. Einen Teil des Lohns müssen die Studenten demnach auch gleich wieder für Unterkunft und Verpflegung auf dem Werksgelände bezahlen.

Zwangspraktika mit staatlicher Unterstützung

Die Universitäten seien von staatlicher Stelle dazu angehalten worden, Foxconn nach Möglichkeit zu unterstützen, so die Zeitung weiter. Zahlreiche Professoren hätten die Fließbandarbeit als Chance, „Erfahrungen im Arbeitsalltag zu sammeln und individuellen Fähigkeiten auszuloten“, angepriesen. Wer sich weigere, bei Foxconn zu arbeiten, riskiere seinen Uniabschluss. Von den Zwangspraktika betroffen seien Studenten der Fächer Jus, Englisch und Management.