EU will mehr Zugeständnisse bei Fusion von Orange und „3“

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Die geplante Übernahme des Mobilfunkers Orange Austria durch Hutchison 3G („3“) hängt am seidenen Faden. Die Wettbewerbshüter der EU hätten die angebotenen Zugeständnisse abgelehnt, bestätigte Hutchison gestern der Nachrichtenagentur Reuters. Hutchison hat nun bis 30. November Zeit, die Bedenken der EU-Kommission gegen die 900 Mio. Euro schwere Übernahme doch noch auszuräumen.

Mit der Übernahme von Orange Austria durch den kleineren Rivalen Hutchison würde die Zahl der Mobilfunkanbieter mit eigenem Netz in Österreich von vier auf drei schrumpfen. Daher nehmen die Wettbewerbshüter den Deal besonders kritisch unter die Lupe. Sie befürchten etwa höhere Preise.

Um die Wettbewerbshüter zu besänftigen, hatte Hutchison angeboten, kleineren Mobilfunkbetreibern ohne eigenes Netz zu erlauben, die Hutchison-Infrastruktur zu mieten. Dieses Angebot stieß in Brüssel aber offenbar nicht auf Zustimmung.

„3“ hofft auf positiven Ausgang

Hutchison-Österreich-Chef Jan Trionow erklärte, er erwarte, dass die EU-Kommission ihre Bedenken innerhalb einer Woche mitteilen werde. Hutchison werde diese dann prüfen. „Wir wollen weiter mit der Kommission zusammenarbeiten, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen“, so Trionow. „Wir hoffen, dass die Kommission ihren Standpunkt ändern wird.“

Von dem Deal würde auch der österreichische Marktführer Telekom Austria profitieren: Hutchison will Orange Austria nicht komplett übernehmen, sondern die Billigtochter Yesss zusammen mit Frequenzen und Senderstandorten für knapp 400 Mio. Euro an die Telekom weiterreichen. Diese Transaktion nehmen die österreichischen Wettbewerbshüter gesondert unter die Lupe.