Ölpreis eingebrochen: Spekulationen über Computerproblem

Ein ungewöhnlich schneller Einbruch des Ölpreises hat Händler gestern vor Rätsel gestellt. Brent-Öl verbilligte sich am Abend bei hohen Umsätzen binnen drei Minuten um mehr als fünf Dollar auf 111,60 Dollar je Barrel.

Später machte es einen Teil der Verluste wieder gut, notierte aber immer noch drei Dollar niedriger bei 113,65 Dollar. Ein Barrel der US-Sorte WTI rutschte zur selben Zeit auf unter 95 Dollar, bevor es sich auf 96,62 Dollar berappelte. Damit kostete das Fass aber immer noch 2,4 Prozent weniger als am Freitag.

„Das schnellste, was ich je erlebt habe“

Viele Händler führten den Ausverkauf auf ein Problem mit einem automatischen Computer-Handelsprogramm zurück. „Ich mache das jetzt seit 14 Jahren, aber das war das schnellste, was ich je erlebt habe“, sagte John Gretzinger, Risk-Manager bei INTL.FCStone. Es könne sich nur um Hochfrequenzhandel oder Algo-Trading gehandelt haben. Bei Algo-Trading bewegen Computer mit Hilfe von Handelsalgorithmen innerhalb von Sekunden große Mengen.

Zur Zeit des Ölpreis-Einbruchs wurden innerhalb einer Minute 13.000 Posten der US-Sorte WTI und 10.000 Posten der Sorte Brent bewegt. Kurz zuvor waren es 131 beziehungsweise 152 Posten in der Minute.

Die Chicago Mercantile Exchange (CME), an der US-Öl hauptsächlich gehandelt wird, teilte mit, man wisse von dem Problem. Es würden aber keine Geschäfte rückgängig gemacht. Die IntercontinentalExchange (ICE), Handelsplatz für Brent, lehnte eine Stellungnahme ab. Die Regulierungsbehörde CFTC erklärte, sie forsche nach den Ursachen. „Wir sind in Kontakt mit der CME und der ICE und werden der Sache auf den Grund gehen“, sagte ein Sprecher.