Ein Toter bei Groß-Razzia gegen Islamisten in Frankreich

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In Frankreich ist bei einem Großeinsatz der Polizei gegen Islamisten der wegen eines Anschlags auf einen jüdischen Markt gesuchte Verdächtige getötet worden. Der 33-jährige Franzose wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestern bei einer Razzia in seiner Wohnung in Straßburg erschossen.

Die DNA des Mannes sei auf der Tatwaffe des Anschlags auf den jüdischen Markt gefunden worden. Der Mann hatte am 19. September zusammen mit einem weiteren Täter Granaten auf einen jüdischen Markt in dem Pariser Vorort Sarcelles gefeuert. Dabei war ein Mensch verletzt worden.

Razzia in mehreren Städten

Die Razzia war eine großangelegte Elite-Operation der Polizei in der Pariser Region sowie den Städten Straßburg, Nizza und Cannes. Insgesamt wurden dabei elf Personen festgenommen. Von zehn ist bekannt, dass sie französischer Nationalität sind. Unter den Festgenommenen ist auch eine der beiden Ehefrauen des Getöteten. Sie hatte sich während der Razzia zusammen mit ihren beiden kleinen Kindern in der Straßburger Wohnung aufgehalten.

Die Polizei beschlagnahmte den Angaben nach bei dem Großeinsatz Al-Kaida-Literatur, 27.000 Euro in bar, Munition und eine Liste israelischer Einrichtungen in Paris. Bei dem Einsatz in Straßburg sei ein Polizist verletzt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Beim Eindringen in die Wohnung des Hauptverdächtigen habe dieser sofort das Feuer auf die Beamten eröffnet. Daraufhin habe die Polizei ebenfalls geschossen und den 33-Jährigen tödlich verletzt.

Die jüdische Gemeinde in Frankreich ist seit längerem in Angst. In den vergangenen Monaten hatten sich die Übergriffe gehäuft. Im März erschoss ein Islamist in Toulouse sieben Menschen, darunter drei jüdische Kinder und einen Rabbiner. Auch französische Soldaten wurden ermordet. Präsident Francois Hollande hat bislang den harten Kurs seines Vorgängers Nicolas Sarkozy gegen Terroristen fortgesetzt.