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Selbstmordattentäter trug Uniform

Bei einem Selbstmordanschlag in der nordafghanischen Stadt Maymana sind am Freitag nach offiziellen Angaben mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Ziel des Attentats war eine Moschee während eines Gebets zum Beginn des islamischen Opferfestes.

Unter den Toten befanden sich zumindest 15 Polizisten, wie der Vizegouverneur der Provinz Farjab, Abdul Satar Barez, mitteilte. Laut offiziellen Angaben wurden mindestens 50 weitere Menschen verletzt. Der Attentäter trug laut offiziellen Angaben eine Polizeiuniform.

„Wir hatten gerade das Gebet beendet, gratulierten uns gegenseitig und umarmten uns“, so der Vizegouverneur. Plötzlich habe es eine Explosion gegeben, alles sei „voller Staub und Rauch und Körperteile“ gewesen. Auch der Provinzchef der Polizei, Abdul Chalik Aksai, sei verletzt worden.

Offenbar Politiker und Polizeichef als Ziel

Zuvor hatte es geheißen, der Attentäter habe seinen Sprengsatz vor der Moschee, wo sich mehrere hundert Menschen versammelt hatten, gezündet. Neben dem Polizeichef dürften sich hochrangige Mitglieder der Provinzverwaltung in dem Gebäude befunden haben. Das Attentat dürfte ihnen gegolten haben. Der Gouverneur blieb allerdings unverletzt.

Das Attentat ereignete sich zum Auftakt des Eid al-Adha, des mehrtägigen Opferfests - dem wichtigsten religiösen Fest in der islamischen Welt. Es wird am Ende der Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, gefeiert. Die Stadt Maymana, in der sich das Attentat ereignete, ist die Hauptstadt der Provinz Farjab.

Karzai appelliert an Taliban

Der afghanische Präsident Hamid Karzai rief die radikal-islamischen Taliban in seiner Rede an die Nation zum Opferfest auf, das Töten zu beenden. Sie sollten nicht weiter Moscheen, Krankenhäuser und Schulen zerstören. Auch Taliban-Führer Mullah Omar hatte am Mittwoch seine Kämpfer dazu aufgerufen, zivile Opfer möglichst zu vermeiden. Sonst würden die Feinde der Aufständischen sie für die Toten verantwortlich machen. Für den Bombenanschlag in Maymana übernahm zunächst niemand die Verantwortung.

In der Provinz Fardjab war es in den vergangenen Jahren verhältnismäßig ruhig. Allerdings stieg in jüngster Zeit die Zahl der Attacken und Selbstmordanschläge. Erst vor zwei Tagen waren ein „Schatten-Gouverneur“ der Taliban und 24 seiner Männer beim Angriff auf einen Kontrollpunkt getötet worden.

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