Amnesty: Folter gegen Schwarze in Libyen

Schwarze in Libyen sind nach Recherchen von Amnesty International zunehmend willkürlichen Verhaftungen und Folter ausgesetzt. Mit dem Ende des Gaddafi-Regimes im Jahr 2011 habe sich die Situation der nicht registrierten Ausländer im Land sogar noch verschlechtert. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation hervor, der gestern in London vorgestellt wurde.

Die Ursachen sieht Amnesty in einem generellen Klima der Gesetzlosigkeit und dem Versagen der Behörden, Rassismus und Ausländerhass zu bekämpfen.

Die Menschenrechtler haben zwischen Mai und September 2012 neun Auffanglager für Flüchtlinge in Libyen besucht. In dieser Zeit seien dort etwa 2.700 Ausländer wegen „einwanderungsbezogener Verstöße“ festgehalten worden, heißt es weiter. Der Bericht zitiert eine in Tripolis festgehaltene Nigerianerin. Sie erzählt, dass sie geschlagen und mit Elektroschocks gequält worden sei. Nach Angaben von Amnesty haben Schwarze in Teilen der libyschen Bevölkerung einen schweren Stand, weil ihnen unterstellt wird, während der Rebellion 2011 als Söldner für Gaddafi gekämpft zu haben.