Ein Unbequemer wird weggefeiert

Jura Soyfer hat Würdigungen nie erlebt. Mit nur 26 Jahren fiel der Schriftsteller der Nazi-Tötungsmaschinerie zum Opfer. Spätestens seit den 80ern gilt er aber als fixer Teil des heimischen „Literaturkanons“. Ob er sich in dieser gesetzten Gesellschaft wohlfühlen würde, ist fraglich. Soyfer war zeitlebens Untergrund: schnell hingeworfene Protestliteratur, jugendlicher Zorn und niemandes Diener. Diese Unbequemlichkeit wird nun, zu seinem 100. Geburtstag, nur allzu oft „weggefeiert“ - oder wie einer der wohl besten Kenner seines Werks gegenüber ORF.at sagt: „Jetzt, wo er keine Gefahr mehr ist, da verbrüdert man sich mit ihm.“

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