Eurofighter: Schwere Pilz-Vorwürfe gegen Mensdorff

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Aus Sicht des grünen Abgeordneten Peter Pilz könnte der Geschäftsmann und Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly nicht nur in vermeintliche Schmiergeldzahlungen des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems verwickelt sein. Er dürfte auch Gelder von der Eurofighter-Herstellerfirma EADS erhalten und verteilt haben.

Der Abgeordnete stützt seine Behauptungen auf Unterlagen, die bei Hausdurchsuchungen bei Mensdorff-Pouilly gefunden worden waren und ihm vorliegen. Insgesamt sollen demnach über Briefkastenfirmen rund 3,2 Mio. Euro von EADS Deutschland an eine Mensdorff-Pouilly zugerechnete Firma mit dem Namen Brodman Business S.A. mit Sitz auf den Virgin Islands geflossen sein.

„Vector Aerospace LPP“ als Drehscheibe

Die Mittel sind demnach Teil von Geldflüssen von EADS Deutschland über die Vector Aerospace LPP in London (an die insgesamt bis zu 100 Mio. Euro gingen). Von der Vector wanderten laut Pilz 42,1 Mio. Euro an die auf der Isle of Man ansässige Columbus Trade Services Ltd., weitere 12,5 Mio. Euro an eine Firma namens Incuco LLC, ebenfalls auf der Isle of Man beheimatet. An Incuco soll eine Firma mit dem Namen EQ.CU Com Finance Ltd. mit Sitz in Hongkong 50 Prozent halten.

Von der Columbus flossen laut Pilz zwei Mio. Euro an die Mensdorff-Pouilly-Firma Brodman, von der EQ.CU knapp 900.000 Euro. Von einer weiteren Firma mit der Bezeichnung Gercan Inc. sollen weitere 406.500 Euro gekommen sein - die Herkunft dieser Gelder sei noch offen, so Pilz.

Schloss wird nicht beschlagnahmt

Von diesen insgesamt 3,2 Mio. Euro, die an die Mensdorff-Pouilly zugerechnete Firma gingen, sollen - laut handschriftlichen Aufzeichnungen, die ebenfalls bei Hausdurchsuchungen bei Mensdorff-Pouilly gefunden worden waren - in den Jahren 2005 und vor allem 2006 Barauszahlungen in Höhe von insgesamt drei Mio. Euro erfolgt sein. An wen oder welche Institution, sei unklar, so Pilz. Der Empfänger der Gelder sei in den Unterlagen lediglich als „Russe“ angegeben.

Indes wurde bekannt, dass das Schloss Luising von Mensdorff-Pouilly vorerst nicht beschlagnahmt wird. Das Oberlandesgericht schickt per Entscheid das Landesgericht Wien zurück an den Start.

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