Asyl: Verhandlungen in Wiener Votivkirche dauern an

Die Verhandlungen in der von Asylaktivisten besetzten Votivkirche in Wien könnten über die Nacht andauern. Man habe sich in einer ersten Runde darauf geeinigt, in jedem Fall eine Lösung zu finden, sagte Caritas-Sprecher Klaus Schwertner heute Abend der APA. Vorerst sollen die Asylwerber in der Kirche bleiben. Mit einem Polizeieinsatz rechnete am späten Abend niemand mehr, bereits zuvor gerufene Einsatzkräfte waren schon vor Stunden abgezogen worden.

Caritas: „Kirche ist Ort des Schutzes“

„Die Kirche ist ein Ort des Schutzes, ein Ort der Zuflucht“, so der Sprecher der Caritas. Dafür garantiere man. Verhandelt werde mit Vertretern der Asylwerber nun so lange, bis ein Durchbruch erzielt sei. Es gehe vor allem darum, Deeskalation zu betreiben. „Wir nehmen die Ängste und Sorgen wahr.“

Eine Gruppe von rund 20 Asylwerbern und ihren Unterstützern hatte sich bereits heute Vormittag in der Votivkirche niedergelassen, später war seitens der Polizei von 60 bis 70 Personen die Rede. In einer Ecke wurde ein Bettenlager aufgebaut sowie Verpflegung bereitgestellt. Die Aktivisten fordern unter anderem eine grundlegende Änderung der Asylgesetzgebung. Aber auch über die Ziele war man sich untereinander am Abend noch uneins.

Sämtliche Besetzer stammen aus dem bereits vor Wochen im Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche eingerichteten Zeltlager. Ein Temperaturunterschied zwischen diesem und dem Inneren des Gotteshauses war allerdings nicht wahrnehmbar.