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Reaktion auf Fabriksbrände

Nach tödlichen Brandkatastrophen in asiatischen Textilfabriken haben die Unternehmen Kik, Lidl und Metro nach Presseinformationen Gespräche über die Unterzeichnung eines Brandschutzabkommens mit der internationalen Organisation Clean Clothes Campaign (CCC) aufgenommen.

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Es werde geprüft, ob die Unterzeichnung zusätzlich zu den existierenden Richtlinien „sinnvoll“ sei, sagte eine Sprecherin des größten deutschen Handelskonzerns Metro der deutschen „tageszeitung“ („taz“). Der Verein Kampagne für Saubere Kleidung bestätigte zudem Kontakte zu den Unternehmen Kik und Lidl.

Brand in einer Fabrik in Bangladesh

AP/Hasan Raza

Großeinsatz der Feuerwehr bei Textilfabrik in Bangladesch

Bisher unterzeichneten das US-Unternehmen PVH mit den Marken Hilfiger und Calvin Klein sowie Tchibo das Brandschutzabkommen der CCC, wie es in dem Bericht weiter hieß. Das Abkommen sieht eine Verbesserung des Arbeitsschutzes vor und würde erstmals Gewerkschaften und Organisationen aus den Produzentenländern erlauben, Textilfabriken zu kontrollieren. In Kraft treten solle das Abkommen, sobald neben PVH drei weitere große Textilfirmen unterschrieben haben.

„Zusätzliche Erhebungen“

Der Textildiskonter Kik hatte bereits zuvor Konsequenzen aus dem verheerenden Brand mit Hunderten von Toten bei einem seiner Hersteller in Bangladesch angekündigt. „Wir führen derzeit zusätzliche Erhebungen bei unseren insgesamt 120 Lieferanten durch, um festzustellen, welche Sicherheitslücken es in Bezug auf Brandschutz gibt“, sagte Kik-Geschäftsführer Michael Arretz dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Bei der Mängelbeseitigung würde den betroffenen Lieferanten kein Aufschub gewährt.

Betriebe, die Kik auch in Zukunft beliefern wollten, müssen laut Arretz die Ausstattung mit Feuerlöschern und Notausgängen garantieren. Das Textilunternehmen aus dem westfälischen Bönen lässt seine Produkte bei Herstellern in Pakistan und Bangladesch fertigen. Arretz betonte, dass Kik keineswegs der einzige Kunde in diesen Fabriken sei. Alle großen Namen ließen in Asien produzieren.

Sabotage als mögliche Ursache

Bei Bränden in Textilfabriken waren im September in Pakistan rund 300 Menschen und Ende November in Bangladesch mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen wurden in den betroffenen Fabriken Brandschutzmängel festgestellt. Kik zahlte nach der Brandkatastrophe in Pakistan eine Million Dollar (773.000 Euro).

Nach jüngsten Erkenntnissen der Ermittler könnte der Brand in Bangladesch durch Sabotage verursacht worden sein. Dem Fabrikbesitzer wird zudem Fahrlässigkeit vorgeworfen. "Das Unglück scheint ein Akt der Sabotage gewesen zu sein, aber die Nachlässigkeit des Besitzers hatte den tragischen Tod der Arbeiter zur Folge, sagte Mainuddin Khandker, Chef des fünfköpfigen Ermittlungsteams.

Den Ermittlern zufolge soll gegen den Eigentümer sowie neun weitere Mitarbeiter aus dem mittleren Management Anklage wegen Fahrlässigkeit erhoben werden. Bereits Anfang Dezember hatte die Polizei drei Manager verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, nach dem Brandausbruch die Fabrik verschlossen zu haben.

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