Verhaftungswelle gegen Weltuntergangssekte in China

In China sind in den vergangenen Tagen fast tausend Mitglieder einer Sekte festgenommen worden, die für den 21. Dezember den Weltuntergang erwartet. Zu den 400 bereits verkündeten Festnahmen von Anhängern des Kults „Allmächtiger Gott“ in der Provinz Qinghai seien seit Dienstag landesweit mehrere hundert weitere hinzugekommen, berichtete die Tageszeitung „Xinjing Bao“ heute.

Die christlich inspirierte Sekte erwartet wegen des angeblichen Endes des alten Maya-Kalenders für morgen den Untergang der Welt. Medienberichten zufolge rief die Sekte ihre Anhänger auf, in einer „Entscheidungsschlacht“ den „roten Drachen“ des Kommunismus zu erschlagen. Forschern zufolge endet am 21. Dezember jedoch nicht der Maya-Kalender, sondern nur ein Zeitzyklus. Der Kalender gehe auch danach weiter.

Die in den 90er Jahren gegründete Sekte wurde nach Angaben von „Xinjing Bao“ 1995 verboten. Ihr Gründer Zhao Weishan lebt demnach in den USA im Exil. Die Gruppe erwartet den Anbruch einer neuen Zeit, die durch die Ankunft eines weiblichen Heilands gekennzeichnet sein soll. Die Kommunistische Partei duldet keine Kritik an ihrer Alleinherrschaft und ging in der Vergangenheit wiederholt gegen Religionsgruppen vor, darunter die verbotene Bewegung Falun Gong.