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1,1 Mrd. Euro für Kaufhausholding

Die Signa-Unternehmensgruppe des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko hat für mehr als 1,1 Milliarden Euro ein Einzelhandelsportfolio bestehend aus 17 Warenhäusern in Deutschland erworben. Teil des Portfolios sei auch das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe), teilte Signa am Samstag in einer Aussendung mit.

Alleine für das KaDeWe sollen Medienberichten zufolge 500 Millionen Euro gezahlt worden sein. Alle Objekte seien langfristig an Karstadt vermietet und gehörten zum Vermieterkonsortium Highstreet. Benko hatte auch für die Metro-Tochter Kaufhof geboten. Die Metro hatte den ursprünglich geplanten, milliardenschweren Verkauf Anfang dieses Jahres aber auf Eis gelegt. Als Hintergrund wurde die schwierige Lage an den Finanzmärkten genannt.

Die Signa Holding GmbH

Die Unternehmensgruppe wurde von Benko Ende 1999 gegründet. Aus einem Zwei-Mann-Unternehmen entwickelte es sich zu einem internationalen Immobilienkonzern mit Bürostandorten in Wien, Innsbruck, München, Düsseldorf, Zürich und Luxemburg und über 150 Mitarbeitern. Hauptschwerpunkt der Signa Holding GmbH ist die langfristige Investition in Topimmobilien in Innenstadtlagen.

An der Signa Holding GmbH halten die Rene Benko Privatstiftung etwa 49 Prozent, Rene Benko etwa ein Prozent und Globalbasis Limited, die vom griechischen Reeder George Economou kontrolliert wird, 50 Prozent. Die Unternehmensgruppe gehört zu den großen privaten Immobilieneigentümer in den Innenstädten von Wien und Innsbruck.

Größtes Kaufhaus Kontinentaleuropas

Das KaDeWe empfängt mit seinen 60.000 Quadratmetern täglich bis zu 180.000 Kunden aus aller Welt und ist das größte Kaufhaus Kontinentaleuropas. Der 1907 eröffnete und zuletzt 2004 umgebaute Einkaufstempel erstreckt sich über sieben Etagen. Der Verkäufer ist die Investorengruppe Highstreet, an der unter anderen die US-Großbank Goldman Sachs sowie die Deutsche Bank Tochter RREEF als Hauptgesellschafter beteiligt sind.

„Der Kauf bedeutet einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte“, hieß es in der Aussendung des Unternehmens. Die Signa-Unternehmensgruppe gehöre damit nun auf einen Schlag zu den führenden Unternehmen für innerstädtische Einzelhandelsimmobilien in Deutschland. Signa hatte bereits im Jahr 2011 von Highstreet den Münchner Oberpollinger sowie weitere Karstadt-Immobilien erworben. Damit gehören dem Unternehmen nun zwei der drei Premium-Warenhäuser von Karstadt.

Konzernumbau bei Karstadt

Wegen des notleidenden Geschäfts hatte Karstadt zuletzt einen Konzernumbau angekündigt, der mit dem Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen bis 2014 verbunden ist. Stellen fallen in der Verwaltung von den Filialen bis zur Zentrale weg. Anfang Dezember bekam Karstadt mit dem bisherigen Planungsleiter Miguel Müllenbach einen neuen Finanzvorstand.

Vorstandsvorsitzender Andrew Jennings betonte, die Bereiche unter Müllenbachs neuer Verantwortung würden im laufenden Transformationsprozess eine wichtige Rolle spielen. Karstadt arbeite unter schwierigen Marktbedingungen, während es seine Waren- und Sporthäuser modernisiere. Müllenbachs Vorgänger Harald Fraszczak war vor einem Monat aus persönlichen Gründen zurückgetreten.

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