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Ausfuhr von Valuten beschränkt

Angesichts des wachsenden Drucks auf das ägyptische Pfund hat Ägypten ein Ein- und Ausfuhrverbot für Beträge im Gegenwert von über 10.000 Dollar (7.713,67 Euro) in ausländischen Währungen erlassen. Wegen der politischen Krise heben immer mehr Ägypter ihre Ersparnisse von ihren Bankkonten ab.

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Jener Teil der Bevölkerung, der über finanzielle Reserven verfügt, fürchtet ein Kippen der zusehends prekärer werdenden Wirtschaftslage und reagiert mit Kapitalflucht. Die Menschen befürchten vor allem, dass die Regierung - die anstehende Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Jänner verschoben hat - vollends die Kontrolle über die fragile Finanzlage verliert. Erst am Montag hatte die Ratingagentur Standard and Poor’s (S&P) Ägyptens Bewertung herabgestuft.

Zentralbank gehen die Devisen aus

Gemäß der Einschätzung von S&P liegt Ägyptens Kreditwürdigkeit jetzt nur noch bei „B-“. Als Grund für die Absenkung um eine Stufe führte die Ratingagentur gerade den Rückgang ausländischer Währungsreserven an. Zugleich kündigte Standard and Poor’s am Montag an, es seien weitere Herabstufungen möglich, sollten die Unruhen rund um das Verfassungsreferendum und die Amtsführung von Präsident Mohammed Mursi zunehmen und sich negativ auf die Wirtschaft auswirken.

Die ägyptische Zentralbank hat seit dem Aufstand gegen Präsident Hosni Mubarak Anfang 2011 mehr als 20 Milliarden Dollar ihrer Auslandsreserven aufgewendet, um das ägyptische Pfund zu stützen. Derzeit verfügt sie nur noch über 15 Milliarden Dollar, was lediglich zur Deckung der Importkosten für drei Monate reicht. Ein ägyptisches Pfund ist derzeit nur noch etwa zwölf Euro-Cent wert, mit gerade in letzter Zeit stärker sinkender Tendenz.

Ägyptische Börse weiter am Boden

Präsidentensprecher Jasser Ali bestätigte die Entscheidung der Regierung zur Beschränkung der Ein- und Ausfuhr von Beträgen in ausländischer Währung bis zum Wert von 10.000 Dollar. Größere Summen dürften nur noch auf elektronischem Weg transferiert werden. Bisher mussten Reisende das Mitführen von Beträgen über 10.000 Dollar nur gegenüber den Zollbehörden deklarieren. Die Kapitalflucht betrifft neben den Privatpersonen aber vor allem auch die Firmen.

Der ägyptische Börsenindex EGX-30 zeigte zuletzt zwar - angesichts der Hoffnungen auf eine Beruhigung der Lage nach Bekanntgabe des Ergebnisses des Verfassungsreferendums - leicht nach oben, noch immer aber liegt er nur bei etwa der Hälfte jener Werte, die er vor Beginn der Proteste gegen Mubarak gehabt hatte. Die Entwicklung an der Kairoer Börse zieht zudem auch die Börsen Saudi-Arabiens, Katars, Dubais und Tel Avivs mit in die Tiefe.

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