Zeitung: Druck auf NATO zu Eingreifen in Syrien

Mehrere NATO-Staaten wollen laut einem Zeitungsbericht ein militärisches Eingreifen in Syrien vorantreiben. Mit Blick auf die sich täglich verschärfende Lage in der Konfliktregion plädierten die Regierungen der USA, Großbritanniens und der Türkei dafür, mit einer „vorsichtigen Planung“ zu beginnen, berichtete die Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag-Ausgabe) unter Berufung auf NATO-Kreise.

Planungen ohne „offizielle Verlautbarungen“

Demnach unterstützt auch der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, James Stavridis, die Forderung der drei Staaten, angesichts steigender Opferzahlen und geheimdienstlicher Erkenntnisse über Chemiewaffen die bisherige passive Haltung aufzugeben. Den Angaben zufolge könnte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die 28 Mitglieder in diesen Tagen auffordern, alle Optionen für eine Intervention auszuloten und entsprechende Beschlüsse zu fassen, um eine militärische Vorbereitung einzuleiten. Diese Planungen sollten aber ohne offizielle Verlautbarungen vonstatten gehen, hieß es demnach in Brüssel.

Chef der Militärpolizei desertiert

In Syrien ist unterdessen erneut ein hochrangiger Beamter des Regimes von Baschar al-Assad zu den Rebellen übergelaufen. Der Nachrichtensender al-Arabija strahlte gestern eine Videobotschaft aus, in der der Chef der Militärpolizei, Generalmajor Abdulasis al-Schalal, erklärte, desertiert zu sein.

Die Armee sei inzwischen von ihrer Mission, das Volk zu schützen, abgekommen und zu einer marodierenden, mordenden Bande geworden, begründete er den Schritt. Schalal ging davon aus, dass noch weitere wichtige Offiziere sich vom Regime lossagen wollten. Er habe selbst den richtigen Zeitpunkt abwarten müssen.