Polen überweist knapp 100 Mio. Euro an Fluglinie LOT

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Die angeschlagene polnische Fluglinie LOT hat von der Regierung 400 Mio. Zloty (97,6 Mio. Euro) Unterstützung erhalten. Darüber berichtete heute die Zeitung „Dziennik“. Nach Angaben der Zeitung ist das die erste Tranche eines Hilfspakets von insgesamt einer Milliarde Zloty, mit dem das staatlich kontrollierte Unternehmen gerettet werden soll.

„Ohne Staatshilfen wäre LOT bald insolvent“

Berichte über die Probleme von LOT hatten im Dezember auch Experten überrascht. Denn der inzwischen gekündigte Vorstandsvorsitzende Marcin Pirog hatte bis vor kurzem erklärt, das Unternehmen sei auf dem Weg der Konsolidierung, der Verlust werde heuer geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Inzwischen räumte Pirog jedoch ein, LOT werde heuer ein Minus von 220 Mio. Zloty schreiben, 2011 waren es 145,5 Mio. Zloty. Der heurige Verlust fällt so hoch aus, obwohl das Unternehmen im Lauf des Jahres Firmenanteile und Vermögen im Wert von 600 Mio. Zloty verkauft hat. „Ohne Staatshilfen wäre LOT bald insolvent“, erklärte Pirog bereits nach seiner Kündigung dem Fernsehsender TVN24.

600 Kündigungen stehen bevor

Das Unternehmen muss nun mit Einsparungen beginnen, sonst stimme die EU-Kommission nach Darstellung polnischer Zeitungen den Staatshilfen nicht zu. Etwa ein Drittel der Verbindungen werde gestrichen, so „Dziennik“, rund 600 der 2.000 Beschäftigten sollen gekündigt werden.

Bei den Konkurrenten stoßen die Hilfen für LOT auf Unverständnis. Für eine Milliarde Zloty könne der Staat „mehr als ein Dutzend kleiner Fluglinien kaufen und innerhalb eines Jahres eine Gesellschaft mit 100 Flugzeugen starten“, erklärte Grzegorz Polaniecki, Chef der Privatlinie Enter Air, gegenüber „Dziennik“. Seiner Ansicht nach solle die Regierung das Geld jedoch eher für die Investition in Zukunftsbranchen verwenden. „Das Geschäftsmodell der Fluglinien sollte sich auf Effizienz, nicht auf Staatshilfen stützen“, kommentierte auch Daniel De Carvalho, Sprecher bei WizzAir.