Darabos prangert Wehrdienst als „ineffizient“ an

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Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hat heute erneut für sein Berufsheer-Modell geworben und sich gegen die Kritik des Koalitionspartners gewehrt. Darabos prangerte bei einer Pressekonferenz die Wehrpflicht als „ineffizient“ an. Zwei von sechs Monaten Grundwehrdienst dienen der Ausbildung und nur vier der Verwendung am Arbeitsplatz. Danach scheiden die Rekruten aus dem Heer aus. Das verursache einen hohen Personal- und Kostenaufwand, so Darabos, der weiter bei seiner Darstellung bleibt, wonach ein Berufsheer nicht mehr koste als das bestehende System.

„Propaganda“ der ÖVP

Dass ihm die ÖVP in dieser Frage vorwerfe, mit den Zahlen zu tricksen, wies Darabos als „Propaganda“ zurück. Er will die Personalkosten senken, indem die Zahl der Zeitsoldaten erhöht und jene der Berufssoldaten reduziert wird. Zeitsoldaten hätten nämlich eine „längere Nutzungsdauer“ als Rekruten und verursachten weniger Verwaltungsaufwand. Der Minister gab auf Nachfrage aber zu, dass eine Verschiebung von Dauerberufs- auf Zeitsoldaten auch im jetzigen System möglich wäre und nicht direkt mit dem Grundwehrdienst zusammenhänge.

Der springende Punkt sei aber ohnehin die Abschaffung des „Zwangsdienstes“. Dieser sei mit der geänderten Bedrohungslage ein Auslaufmodell.

ÖVP kämpft für sechsmonatige Wehrpflicht

Die ÖVP will in den rund drei Wochen, die noch bis zur Bundesheer-Volksbefragung bleiben, für die Beibehaltung der Wehrpflicht und den Zivildienst kämpfen. Das System habe sich bewährt, es solle lediglich weiterentwickelt werden, erklärten Generalsekretär Hannes Rauch und Wehrsprecher Oswald Klikovits heute bei einer Pressekonferenz.