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Zehn Banken zu Zahlungen verpflichtet

Opfer von Zwangsversteigerungen können in den USA mit einem Geldsegen von Banken rechnen. Zehn Institute, die die Zwangsversteigerungen als Hypothekendienstleister veranlassten, haben sich nach Angaben der Regulierungsbehörde OCC zur Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar (rund 6,4 Mrd. Euro) an die Geschädigten verpflichtet.

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Die OCC verzichtet dafür auf eine Einzelüberprüfung der Zwangsversteigerungen, die sich als teuer und zu aufwendig erwiesen haben. Wie OCC und die US-Notenbank Federal Reserve am Montag mitteilten, stimmten sie der Einigung zu, um die Opfer schneller zu entschädigen. Nun können rund 3,8 Millionen Kreditnehmer mit einer Ausgleichszahlung rechnen, die bis zu 125.000 Dollar (94.805 Euro) betragen kann - je nachdem, wie viele Fehler bei der Versteigerung gemacht wurden.

Die Regierung hatte die Dienstleister im April 2011 angehalten, zu überprüfen, ob Tausende von Zwangsversteigerungen rechtmäßig waren oder ob den Betroffenen finanzieller Schaden durch Verfahrensfehler entstanden war. 3,3 Milliarden Dollar (rund 2,5 Mrd. Euro) fließen direkt an die betroffenen Hauseigentümer, 5,2 Milliarden Dollar (rund 3,9 Mrd. Euro) in Form von Zinserleichterungen und -nachlässen.

Kritik an automatisierten Räumungsprozessen

Den Banken wurde angelastet, überschuldete Hausbesitzer ohne ordentliche Räumungsverfahren vor die Tür gesetzt zu haben. In der Kritik stehen vor allem die Robo-Signers genannten automatisierten Räumungsprozesse, bei denen Bankmitarbeiter die Zwangsversteigerung ohne die nötige Sorgfalt abwickelten.

Zu den zehn Banken, die sich auf den Vergleich einließen, gehören die Bank of America, Citibank, JPMorgan und Wells Fargo. Sie hatten die Hypothekenkredite zumeist nicht selbst vergeben, sondern fungierten als Dienstleister für die Kreditgeber. In dieser Funktion kümmerten sie sich - ähnlich wie ein Inkassobüro - um die Eintreibung der Forderungen, neue Zahlungspläne, Steuerzahlungen bis hin zur Zwangsversteigerung des Hauses, wenn der Eigentümer nicht mehr zahlen konnte.

Milliardenzahlungen bereits im Vorjahr

Bereits im Februar 2012 hatte sich die US-Regierung mit mehreren Großbanken im Zusammenhang mit widerrechtlichen Zwangsräumungen und mangelhafter Kreditberatung auf einen 25 Milliarden Dollar (rund 19 Mrd. Euro) schweren Vergleich geeinigt, um überschuldete Hausbesitzer zu entlasten.

Die Banken hätten mit ihren Taten „Millionen Familien geschädigt - Familien, die nichts falsch machten und trotzdem ihr Haus verloren haben“, sagte Bauminister Shaun Donovan damals bei der Verkündung des Vergleichs. „Auch die Banken müssen sich an die Gesetze halten. Jede Bank, die das nicht getan hat, muss zur Rechenschaft gezogen werden.“ Die Kreditinstitute müssten ihre Fehler korrigieren und dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiere, forderte er.

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