Iran: Oppositioneller wegen Interviews verurteilt

Ein Sohn des iranischen Oppositionspolitikers Mehdi Karubi ist wegen Kritik an der politischen Führung des Landes zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Mohammed Hossein Karubi sei für schuldig befunden worden, während der Unruhen nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad 2009 ausländischen Medien Interviews gegeben zu haben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars heute. Ziel dieser Interviews sei es gewesen, „die öffentliche Meinung zu verwirren“.

Die Strafe werde für fünf Jahre ausgesetzt, berichtete Fars. Sollte sich Karubi in dieser Zeit anderer Vergehen schuldig machen, werde die Strafe vollstreckt. Karubi kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Karubi selbst unter Hausarrest

Der frühere reformerische Parlamentspräsident Mehdi Karubi war bei der Präsidentschaftswahl 2009 gescheitert. Gemeinsam mit Ex-Regierungschef Mir-Hossein Mussawi führte er die Protestbewegung gegen Ahmadinedschads umstrittene Wiederwahl an.

Die Protestbewegung, welche die iranische Führung in eine ihrer schwersten politischen Krisen stürzte, wurde gewaltsam niedergeschlagen. Karubi und Mussawi stehen seit Februar 2011 unter Hausarrest.