Berlakovich hält an Agrosprit-Ausweitung fest

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Österreich gibt die Ausweitung der Nutzung von umstrittenen Agrotreibstoffen offenbar nicht auf, Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) dürfte diese Position beim EU-Umweltministerrat am 9. März vertreten. Das geht aus einem Parlamentsdokument hervor, wie die APA gestern berichtet.

Nebenprodukt als Zusatznutzen

In der Info von Berlakovich sieht der Minister laut APA „aus österreichischer Sicht“ den Zusatznutzen, dass bei der Erzeugung von Biotreibstoffen aus Getreide und Ölsaaten wertvolle gentechnikfreie Eiweißfuttermittel anfallen.

Es müssten weitere Erfahrungswerte mit der Umsetzung der Richtlinie für Erneuerbare Energie vorliegen, bevor weitere Schritte gesetzt würden, so Berlakovich demnach weiter. Österreich sei die Vermeidung „möglicher negativer Auswirkungen eines verstärkten Einsatzes von Biotreibstoffen ein großes Anliegen“.

Weiters bestünden Bedenken, „dass aufgrund fehlender Anlagenkapazitäten und mangelnder Rohstoffverfügbarkeit nicht ausreichend Biokraftstoffe der zweiten Generation bis 2020 verfügbar sein werden um das zehn Prozent Erneuerbare-Energie-Ziel im Verkehr zu erreichen“.

Heiße Diskussion in der EU

In der EU - wo die Zeichen derzeit Richtung Beschränkung auf einer Agrospritbeimischung von höchstens fünf Prozent stehen, die Förderungen für Agrosprit mit 2020 auslaufen dürften - dreht es sich beim Biosprit vor allem um direkte und indirekte Landnutzungsrechte, im Fachjargon indirect land use change (ILUC).

Über deren Änderungen durch die Agrospritproduktion wird heiß debattiert. Eine indirekte Landnutzungsänderung passiert beispielsweise, wenn Energiepflanzen auf EU-zertifizierten Flächen angebaut werden, dadurch aber der Anbau von Nahrungsmittelpflanzen auf Flächen außerhalb der EU verdrängt wird.

Berlakovich geht in seinem Bericht davon aus, dass „ILUC-Faktoren, die nur in der EU berücksichtigt werden, kein effizientes Instrument zur Reduzierung globaler Landnutzungsänderungen“ sind.