Besetzung von Ministerium in Eritrea beendet

Die Besetzung des eritreischen Informationsministeriums durch meuternde Soldaten ist heute nach Informationen der Oppositionswebsite Awate unblutig zu Ende gegangen. Die festgehaltenen Ministeriumsmitarbeiter seien wieder frei, hieß es weiter.

Die Lage sei „ruhig“, twitterte Kabinettschef Yemane Gebremeskel. Von unabhängiger Seite waren die Angaben aus der Hauptstadt Asmara zunächst nicht zu überprüfen, aus dem abgeschotteten Land dringt wenig nach außen.

Regierung akzeptierte Forderungen

Die Regierung habe die Forderungen der Meuterer akzeptiert, hieß es auf der Oppositionswebsite weiter, ohne dass genauere Angaben gemacht wurden. Als Anführer der Aufrührer wurde ein Oberst Saleh Osman genannt.

Osman ist demnach einer der Kommandeure der in der Hafenstadt Assab am Roten Meer stationierten Truppen. Unklar war auch der Verbleib der meuternden Soldaten. Die Besetzung des Ministeriums hatte gestern begonnen. Diplomaten zufolge waren rund 200 Aufständische in das Gebäude eingedrungen. Die Armee brachte Panzer in Stellung.

Präsident Issaias Afeworki regiert das nordostafrikanische Land seit dessen Unabhängigkeit 1993 mit eiserner Hand. Eritrea hatte sich nach jahrzehntelangem Unabhängigkeitskrieg von Äthiopien abgespalten. In Eritrea sind Oppositionsparteien verboten, zudem gehen die Behörden hart gegen Regierungskritiker vor. Auch religiöse Minderheiten werden in dem Land immer wieder verfolgt.