Teheran: Angriff auf Syrien wäre Angriff auf den Iran

Ein militärischer Angriff auf Syrien wäre für Teheran auch ein Angriff auf den Iran. Das sagte heute Ali Akbar Velajati, der außenpolitische Berater des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei.

„Syrien ist in der Region Teil der Achse des Widerstands (gegen Israel, Anm.). Daher sollten alle wissen, dass ein Angriff auf Syrien gleichzeitig ein Angriff auf den Iran wäre“, sagte der ehemalige Außenminister in einem Interview der Nachrichtenagentur Mehr. Ohne die logistische Hilfe Syriens wäre die Hisbollah-Bewegung in den Kriegen gegen Israel nie siegreich gewesen.

Der Iran steht in der Syrien-Krise auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad, dessen Regime unter anderem als engster Verbündeter im Kampf gegen den Erzfeind Israel gilt. Auch ein politischer Wechsel in Damaskus sollte nach Teheraner Auffassung über Neuwahlen bestimmt und nicht von außen gesteuert werden. Die Unterstützung des Iran für Assad hat die Beziehungen zum Nachbarland Türkei, zu Ägypten, Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern erheblich verschlechtert, da diese auf der Seite der syrischen Rebellen stehen.

Teheran bestreitet direkte Gespräche mit den USA

Unterdessen stritt der Iran heute direkte Gespräche mit den USA ab. Gleichzeitig forderte der Iran, die internationalen Gespräche über sein Atomprogramm doch noch im Jänner fortzusetzen. Es habe weder Gespräche mit den USA noch Anweisungen dafür gegeben. Solche Gespräche seien nur nach ausdrücklicher Anweisung des iranischen geistlichen Führers Chamenei möglich. Und die gebe es bisher nicht, sagte Chameneis außenpolitischer Berater Velajati heute in einem Interview der Nachrichtenagentur Mehr.

Velajati wies vehement Presseberichte zurück, wonach er selbst an über den Oman vermittelten Gesprächen teilgenommen haben soll. Nach der iranischen Verfassung hat Chamenei das letzte Wort in allen politischen und strategischen Belangen.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte sich im September 2012 für direkte Gespräche mit den USA ausgesprochen, um den Atomstreit beilegen zu können. Der Westen verdächtigt den Iran, Atomwaffen zu entwickeln. Teheran bestreitet das. Washington und Teheran unterhalten seit mehr als 30 Jahren keine diplomatischen Beziehungen.