Linksextreme bekennen sich zu Anschlag auf US-Botschaft

Die linksextreme türkische Untergrundgruppe Revolutionäre Volksbefreiungsfront (DHKP-C) hat sich gestern zum Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara am Freitag bekannt. Sie verbreitete ein Foto des Attentäters auf der Website Halkin Sesi (Stimme des Volkes).

„Alisan Sanli ist unsterblich“, heißt es in dem Kommunique. Die Gruppe beschuldigt darin die USA, „Henker der Völker“ zu sein und Massaker im Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien und Ägypten zu begehen. Die US-Botschaften seien zwar weltweit am besten geschützt, die Vertretung in Ankara sei jedoch zum Ziel eines „Märtyrerangriffs“ geworden.

Weitere Anschläge angekündigt

Die DHKP-C drohte mit weiteren Anschlägen auf US-Vertretungen in der Türkei. Sie forderte die USA auf, das Land zu verlassen. Zugleich beschuldigte sie die türkische Regierung der Komplizenschaft mit den USA bei der angestrebten Umwandlung des Nahen Ostens.

Bei dem Selbstmordattentäter handelt es sich nach Angaben der türkischen Behörden um den 40-jährigen Ecevit Alisan Sanli. Der Mann sei über die griechischen Inseln mit einem gefälschten Ausweis von Deutschland in die Türkei gekommen, berichteten türkische Medien. Er sprengte sich vor der Eingangsschleuse der US-Botschaft in die Luft, bei der Explosion starb auch ein Wachmann. Ein in der Nähe befindlicher Journalist wurde schwer verletzt.