USA verklagen Ratingagentur S&P auf fünf Mrd. Dollar

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US-Präsident Barack Obama knöpft sich zu Beginn seiner letzten Amtszeit mit einer Milliardenklage die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) vor. Die Regierung verklagt die Agentur auf mehr als fünf Mrd. Dollar (3,69 Mrd. Euro), wie Justizminister Eric Holder gestern sagte.

Damit geht Washington erstmals juristisch gegen eines der großen und am Kapitalmarkt sehr einflussreichen Unternehmen vor, die für den Ausbruch der weltweiten Finanzkrise vor sechs Jahren mitverantwortlich gemacht werden. Die Agenturen hätten, so der Vorwurf, riskante Wertpapiere lange mit zu guten Bonitätsnoten versehen, weil sie selbst davon profitierten.

An der Börse sorgte der Schritt für Panik bei Aktionären der S&P-Mutter McGraw-Hill und des Rivalen Moody’s. Es wird erwartet, dass sich mehrere US-Bundesstaaten und eventuell auch private Anleger der Klage anschließen. S&P teilte mit, es sei falsch, anzunehmen, geschäftliche Überlegungen hätten die Ratings beeinflusst. Noch ist unklar, warum sich die US-Regierung nur gegen S&P und nicht gegen Moody’s und die dritte große Agentur Fitch wendet, die im Zusammenhang mit der Finanzkrise ebenfalls stark kritisiert wurden.