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Fünf Tote, zahlreiche Vermisste

Ein schweres Erdbeben im Südpazifik mit der Stärke 8,0 hat am Mittwoch einen kleinen Tsunami ausgelöst. Die knapp einen Meter hohe Flutwelle habe die Salomon-Inseln erreicht, teilten die Behörden mit. Dabei seien mindestens vier Dörfer zerstört worden, ersten Berichten zufolge habe es fünf Tote gegeben.

Die Tsunami-Warnung für eine ganze Reihe von Inseln im Südpazifik wurde nach mehreren Stunden wieder aufgehoben. Das Beben der Stärke 8,0 passierte um 1.12 Uhr MEZ in der Nähe der Santa-Cruz-Inseln. Der örtliche Rundfunk berichtete von mindestens zwei Wellen mit einer Höhe von bis zu einem Meter. Das Wasser drang 500 Meter ins Land ein. Das Erdbebenzentrum wurde zunächst auf nur fünf Kilometer unter dem Meeresboden geschätzt, doch korrigierte die US-Geologiebehörde (USGS) ihre erste Schätzung später auf 28,7 Kilometer.

Mehrere Dörfer zerstört

In ersten Berichten war von mindestens fünf Toten die Rede. Mehrere Menschen wurden am Mittwoch noch vermisst, berichtete Regierungssprecher Robert Iroga dem Weltnachrichtendienst des Senders BBC. An der Küste der Insel Santa Cruz seien Dutzende Hütten und Häuser weggespült worden. „Unser Hauptfokus ist im Moment, dass der Flughafen wieder geöffnet wird, um Hilfsmittel einzufliegen“, sagte Iroga.

Wellen des Tsunami hatten die Salomon-Inseln erreicht und mindestens vier Dörfer auf der Insel Nendo zerstört, berichteten Offizielle in der Hauptstadt Lata. Einzelheiten zu den Schäden seien noch unklar, da die Bewohner in nahe gelegene Höhenlagen geflohen seien, zitierte der Sender BBC einen Regierungssprecher der Salomon-Inseln.

Der philippinische Direktor des Institutes für Vulkanologie und Seismologie Renato Solidum betrachtet in der Nähe von Manila mehrere Bildschirme

APA/EPA/Rolex dela Pena

Auch auf den nordwestlich des Epizentrums liegenden Philippinen wurde das Erdbeben mit Sorge verfolgt

Unklarheit über Grad der Zerstörung

Über Stunden hatte völlige Unklarheit über den Grad der Zerstörung und der Zahl der Opfer geherrscht: „Wir hoffen, dass die Menschen sich in Sicherheit bringen konnten, bevor die Wellen kamen“, sagte eine Mitarbeiterin des deutschen Honorarkonsuls in der Hauptstadt der Salomonen, Honiara, telefonisch. Honiara liegt etwa 600 Kilometer von der betroffenen Küste entfernt. Der deutsche Konsul war außer Landes. „Wir hier in Honiara sind alle in Sicherheit“, sagte die Mitarbeiterin.

Die Hilfsorganisation World Vision hat Projekte in der Nähe des Epizentrums in Santa Cruz. „Unsere Mitarbeiter in der Provinz Temotu spürten das Beben und sagen, dass innerhalb von fünf Minuten die Wellen kamen, die auch die Landebahn überspülten“, berichtete der World-Vision-Länderdirektor auf den Salomonen, Andrew Catford.

Tsunami-Warnung aufgehoben

Die Tsunami-Warnung für zahlreiche Länder um die Salomonen war wenige Stunden nach dem Beben aufgehoben worden. In anderen Küstenregionen gebe es keine Bedrohung durch einen Tsunami, auch wenn in einigen Gebieten das Wasser etwas ansteige, teilte das Pazifische Tsunami-Warnzentrum mit. Nach Angaben des Warndienstes in Hawaii gab es noch kleinere Flutwellen im Norden Neukaledoniens, auf der Insel Lifou sowie auf Vanuatu, doch sei die Gefahr inzwischen gebannt.

Zuvor hatten die Behörden vor Verheerungen in den Inselgebieten Vanuatu, Nauru, Papua-Neuguinea, Tuvalu, Neu-Kaledonien, Kosrae, Fidschi, Kiribati sowie Wallis und Futuna gewarnt. Für Australien und Japan bestand keine Warnung.

2007 von verheerendem Tsunami heimgesucht

Wenn zwei Stunden nach der erwarteten Ankunftszeit des Tsunamis keine größeren Wellen zu sehen seien, dann könnten die örtlichen Behörden davon ausgehen, dass die Bedrohung vorüber sei, teilte das Warnzentrum mit. Die Salomonen waren erst im Jahr 2007 von einem Tsunami heimgesucht worden, der große Schäden angerichtet und 13 Dörfer zerstört hatte. Mindestens 50 Menschen wurden damals getötet, Dutzende blieben vermisst. Damals hatte ein Beben der Stärke 8,1 die Flutwelle ausgelöst.

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